Baden-Württemberg

Tödlicher Unfall mit Flucht: Acht Jahre Haft gefordert

Richterhammer auf Richtertisch
Auf der Richterbank liegt am ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/dpa/Illustration/Archivbild © Uli Deck

Heilbronn (dpa/lsw) - Ein Autofahrer rast in eine Gruppe junger Menschen und flieht. Zurück bleiben ein toter junger Mann, Verletzte und verstörte Hinterbliebene. Wegen wegen versuchten Mordes und fahrlässiger Tötung hat die Staatsanwaltschaft für den angeklagten Autofahrer am Mittwoch vor dem Landgericht Heilbronn eine Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren beantragt. Der Forderung schloss sich die Nebenklage an. Der Mann habe sich nach dem Unfall im Mai 2019 nicht um die drei Verletzten am Unfallort in Sachsenheim gekümmert und sie zurückgelassen, als er die Flucht ergriff. Erst Stunden später habe er sich der Polizei gestellt.

Die Verteidigung plädierte dagegen auf eine Bewährungsstrafe wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Möglicherweise könne das Gericht den Fahrer auch wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilen, hieß es. Nach weiteren Angaben des Gerichtssprechers will die Kammer des Landgerichts ihr Urteil am 4. Januar 2021 (14.00 Uhr) sprechen. Zunächst war die Urteilsverkündung noch für den Mittwoch geplant.

Unklar ist unter anderem, wie stark die Entschuldigung des Angeklagten zum Prozessauftakt gewichtet wird. Der 44-Jährige war im Mai 2019 auf einer Landstraße im Kreis Ludwigsburg mit seinem Auto von hinten in eine Gruppe gefahren, die von einer Geburtstagsfeier kam und sich in der Gegend nicht auskannte. Ein 21-Jähriger schleuderte gegen einen Zaun und starb noch an der Unfallstelle.

Im Prozess hatte der Mann über seine Anwälte erklären lassen, er habe bei dem Unfall im Auto geraucht und seinen Blick von der Landstraße auf den Aschenbecher gewandt. Er habe einen Knall bemerkt und sei nach dem Schlingern des Fahrzeugs vom Zusammenstoß mit einer sogenannten Warnbake ausgegangen, die normalerweise den Verkehr absperrt. Erst am nächsten Morgen habe er begriffen, dass die Beschreibung des Unfallautos in einem Internet-Artikel zu seinem Wagen passt. Daraufhin habe er sich bei der Polizei gemeldet.