Landkreis Karlsruhe

Trafohäuschen «Ompa» spricht Passanten an

Kunstwerk „Ompa“
Eine Studentin macht bei einem Kunstwettbewerb für einen Skulpturenweg mit - und gewinnt. © Uli Deck

Pfinztal (dpa/lsw) - Mit Farbe und Technik hat eine Karlsruher Studentin und Medienkünstlerin einem alten Trafohaus in Pfinztal (Landkreis Karlsruhe) ein neues Leben gegeben und überrascht damit seither Passanten. «Die Kinder waren von Anfang an super neugierig», sagte Luise Peschko der Deutschen Presse-Agentur. Zwischen 9.00 und 21.00 Uhr löst ein Bewegungsmelder das Abspielen von kurzen Tonsequenzen wie kleinen Gedichten und Sprüchen aus. «Drei Wolken am Himmel, was soll das bedeuten?», fragt das Trafohäuschen dann zum Beispiel und regt vielleicht zum Nachdenken an. Mal lacht es auch, mal hustet es.

Aus rund 90 Tracks wird ohne bestimmte Reihenfolge ein Stück abgespielt. Eingesprochen habe die Texte ihre Mutter, sagte Peschko. Zu hören sei die Stimme aber tiefer und leicht verzerrt.

Getauft hat die 28-Jährige das nun mit einem Gesicht versehene Trafohäuschen auf den Namen «Ompa» - in Anlehnung an Oma und Opa. Die Überlegung sei gewesen, welchen Zweck das Gebäude früher hatte, sagte Peschko. «Es hat das ganze Dorf mit Strom versorgt. Durch die Stromleitungen waren alle miteinander verbunden.» Nachdem das Trafohaus außer Betrieb genommen wurde, habe es keinen Nutzen mehr gehabt. Manche hätten es als störend empfunden. «Das lässt sich auf die Gesellschaft übertragen», sagte Peschko.

«Ompa» ist das Ergebnis eines Wettbewerbs für den Skulpturenweg Pfinztal. Mit einem Seminar zur Promenadologie - Spaziergangswissenschaft - seien Studentinnen und Studenten der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in Pfinztal gewesen und auf die Ausschreibung gestoßen, berichtete Peschko. Als einzige Seminarteilnehmerin habe sie daran teilgenommen - und gewonnen. Im Juni malte sie das Trafohaus an, Farbe und Gerüst wurden gestellt. Im Juli wurde «Ompa» dann bei einer Vernissage vorgestellt.

Die gelernte Veranstaltungstechnikerin geht ins fünfte Semester an der Hochschule. Sie arbeite viel mit Sound, Video und Performance, sagte Peschko. Festlegen auf eine bestimmte Richtung wolle sie sich aber im Moment jedenfalls nicht. «Ich kombiniere gerne.»