Baden-Württemberg

Untersteller wirbt in letzter Rede für den CO2-Preis

Landtagssitzung
Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft von Baden-Württemberg, spricht während der 142. Sitzung des 16. Landtages von Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Aktuell © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Umweltminister Franz Untersteller hat in seiner letzten Rede im baden-württembergischen Landtag für die CO2-Bepreisung geworben. «Lange Zeit war es schlicht kostenlos, CO2 in der Atmosphäre zu deponieren», sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch im Plenum. Aber wenn es kostenlos sei, zermartere sich keiner den Kopf, wie man den Schadstoff reduzieren könne. Im Jahr 2019 hätten die 150 Anlagen in Baden-Württemberg, die vom europäischen Emissionshandel betroffen seien, nach Jahren der Stagnation 4,8 Millionen Tonnen CO2 weniger ausgestoßen. Die Entwicklung habe sich auch im Jahr 2020 fortgesetzt.

Die Energiewende sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll, sagte Untersteller. «Darin steckt meine tiefe Überzeugung.» Der 63-Jährige bekam nach seiner Rede Applaus nicht nur von Abgeordneten seiner eigenen Fraktion. Untersteller ist seit 2011 Umweltminister des Landes. Er hatte vor einem Jahr angekündigt, zur Landtagswahl 2021 nicht wieder antreten zu wollen.

Um fossile Energien zu verteuern und klimaschonende Alternativen voranzubringen, gibt es seit dem 1. Januar 2021 einen nationalen CO2-Preis für Verkehr und Heizen. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zum Start 25 Euro zahlen. Der Preis wird an die Kunden weitergegeben, laut Bundesregierung steigt der Literpreis bei Benzin um 7 Cent, bei Diesel und Heizöl um 7,9 Cent, Erdgas wird um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer. Der Preis für eine Tonne CO2 soll bis 2025 schrittweise auf 55 Euro pro Tonne steigen.

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