Baden-Württemberg

Väter nehmen im Gefängnis Hörbücher für ihre Kinder auf

Justizbeamter
Ein Justizbeamter geht über einen langen Flur in einer Justizvollzugsanstalt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archiv © Julian Stratenschulte

Freiburg (dpa/lsw) - Es ist ein Projekt mit Herz: Häftlinge in Freiburg können Gute-Nacht-Geschichten für ihre Kinder aufnehmen und verschicken lassen. Möglich macht das die Katholische Gefängnisseelsorge der Stadt. Wegen der Corona-Pandemie sind Besuche in der Justizvollzugsanstalt Freiburg kaum und nur unter Abstands- und Hygieneregeln möglich. Das Projekt solle ein Anker für beide Seiten der Gefängnismauern sein - und das rechtzeitig zum Weihnachtsfest, wie die Katholische Kirche in Freiburg am Mittwoch mitteilte.

Das Ganze funktioniert so: Inhaftierte Väter lesen Bücher vor, die mit einem Diktiergerät aufgenommen werden, auf eine CD gebrannt werden und an die Töchter und Söhne verschickt werden. Sogar die CD-Hülle können die Väter mit Farben selbst bemalen. «Die Väter sind unglaublich dankbar für diese Möglichkeit», sagte Gefängnisseelsorger Martin Vrana, der die Hörbücher aufnimmt. Bei ihm melden sich Väter von Kindern im Alter zwischen 3 und 12 Jahren, wenn sie ein Hörbuch aufnehmen wollen. 22 Väter hätten das schon getan.

Von Pippi Langstrumpf über Janosch bis zu speziellen Textwünschen der Kinder oder Väter sei schon alles dabei gewesen. «Das ist schon sehr emotional, denn viele Väter richten auch sehr liebevolle Grüße an ihre Kinder oder singen ihnen zusätzlich etwas vor», so Vrana. Die Idee dazu stammt aus Großbritannien.

Ähnliche Vorleseprojekte gibt es auch in Hamburg, Bremen und Berlin.