Baden-Württemberg

Vehrkehrsclub lehnt Vorschlag zum Ausbau der Gäubahn ab

Gäubahn
Ein Zug fährt in Stuttgart über die Gäubahntrasse. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © Franziska Kraufmann

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums zum Ausbau der Gäubahn stößt auf Kritik des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Der jetzt bekanntgewordene Wegfall der Halte in den Bahnhöfen der beiden größten Städten entlang der Strecke, nämlich Böblingen und Singen, könne nur als grober Unfug bezeichnet werden, sagte Landeschef Matthias Lieb am Freitag in Stuttgart. Wie ohne die Fahrgäste dieser Städte das Gesamtkonzept wirtschaftlich sein solle, bleibe ein gut gehütetes Geheimnis des Bundes.

Der Plan des Bundesverkehrsministeriums, die Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich leistungsfähiger zu machen, kostet mindestens 2,1 Milliarden Euro. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), hatte Donnerstag erklärt: «Die Wirtschaftlichkeit ist nun nachgewiesen.» Die Modernisierung der Strecke wird seit Jahrzehnten diskutiert und sieht auch einen Anschluss an den Flughafen Stuttgart vor. Dafür ist ein Tunnel notwendig. Das hängt mit dem anvisierten «Deutschland-Takt» und dem milliardenschweren Bahnprojekt Stuttgart 21 zusammen.

Hinter dem «Deutschland-Takt» steckt ein System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen. Die Bundesregierung will das Zugfahren mit einem Taktfahrplan pünktlicher, schneller und verlässlicher machen.

In eimen Brief an das Bundesverkehrsministerium forderten der Oberbürgermeister von Böblingen und 14 weitere Kommunalpolitiker, dass der bestehende Bahnhof der Stadt weiterhin angefahren werden müsse. «Die Anschlussmöglichkeiten am Bahnhof Böblingen wurden in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert und hohe Investitionen seitens der Region und des Landkreises getätigt, unter anderem auch durch die Taktverdichtung auf der Schönbuchbahn und ihre Elektrifizierung.» Dies sei auch geschehen, weil Böblingen eine attraktive Anbindung an den Fernverkehr biete.

Den Tunnel sieht der VCD gleichfalls kritisch. Er sei nur das Eingeständnis, dass die bisherige Planung der Flughafenanbindung der Gäubahn untauglich sei. Ein Ausbau der Zugstrecke soll die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Zürich von aktuell drei Stunden für Reisende verkürzen. Außerdem sollen der steigende Güterverkehr aufgefangen und die Straßen entlastet werden. Der Ausbau kommt aber seit Jahren nur langsam voran.

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