Baden-Württemberg

Verdi fordert Lohnplus für Arbeitnehmer im Einzelhandel

Bankangestellte streiken im Norden
Eine Mütze mit dem Verdi-Logo. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild © Christophe Gateau

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Gewerkschaft Verdi will in der sich abzeichnenden Tarifauseinandersetzung im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel ein deutliches Gehaltsplus für die Beschäftigten erstreiten. Man fordere eine Erhöhung der monatlichen Löhne um 4,5 Prozent sowie weitere 45 Euro und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 100 Euro, teilte Verdi am Mittwoch in Stuttgart mit. Zudem müsse ein «rentenfester tariflicher Mindestlohn» von 12,50 Euro pro Stunde her. Auch sollten Unternehmen im Falle von Kurzarbeit die Einkommen ihrer Mitarbeiter aufstocken - auf 100 Prozent des Nettoverdienstes.

Verdi teilte mit, den gültigen Tarifvertrag mit Wirkung zu Ende März gekündigt zu haben. Käme es tatsächlich zu einem neuen Tarifvertrag, würden davon allerdings erstmal nur vergleichsweise wenige Beschäftigte profitieren. Denn nur die tarifgebundenen Betriebe müssten die beschlossenen Dinge auch umsetzen. Tarifgebunden aber ist nur ein kleiner Teil der Betriebe, Verdi bezifferte ihn im Südwesten auf rund ein Fünftel des Gesamtmarktes. Im gesamten Einzelhandel sind nach Angaben des Südwest-Branchenverbandes HBW rund 500 000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die Corona-Krise setzt vielen Händlern zurzeit erheblich zu. Verdi verwies aber darauf, dass der Einzelhandel insgesamt betrachtet kräftige Umsatz- und Gewinnsteigerungen erreiche, wenn auch ungleich verteilt. Vor allem der Lebensmittel- sowie der Versand- und Onlinehandel seien Krisengewinner.

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