Baden-Württemberg

Verstaubte Masken und Online-Bälle: Fastnacht mit Corona

Mehrere hölzerne Narrenmasken hängen in der Werkstatt
Mehrere hölzerne Narrenmasken hängen in der Werkstatt von Masken- und Holzschnitzer Jogi Weiß. Foto: Felix Kästle/dpa © Felix Kästle

Ravensburg (dpa/lsw) - Seit mehr als 30 Jahren schnitzt Jogi Weiß in seiner Werkstatt in Ravensburg Masken für Narrenzünfte. Doch Corona sorge für sehr schlechte Geschäfte, sagte der Schwabe. Seine Jahreseinnahmen seien um 75 Prozent gesunken. Es sei eben eine stillere und ruhigere Fastnacht als sonst. «Wir hoffen auf das nächste Jahr und machen das Beste aus diesem.»

In diesem Jahr starten die Narren im Südwesten mit Abstand und Online-Aktionen in die eigentlich heiße Phase der Fastnacht. «Wir sind total begeistert, wie kreativ die Zünfte sind», sagte der Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, Rainer Hespeler. Rund 35 000 Narren aus 120 Zünften sind in der Vereinigung organisiert. Narrenbäume und -bändel seien für ein bisschen fastnächtliches Flair aufgestellt worden. «Alles, um die Leute ein wenig zu unterhalten.»

Auch die Narrenzünfte in Konstanz lassen sich die Laune durch die Corona-Pandemie nicht vermiesen. Unter dem Motto «#HoNarroDehom» feiern sie von Zuhause aus und stellen zahlreiche Videos davon ins Netz. Für Kinder organisieren sie online Kostümwettbewerbe und kleine Spiele.

Statt Straßenumzügen zeigen die Narren auch Tanzeinlagen in den Innenstädten und filmen sich dabei. Und auch Zunftbälle finden in diesem Jahr vielerorts im Internet statt. Partys und Versammlungen werde es auch in den kommenden Tagen nicht geben, sagte Narren-Präsident Hespeler. «Alles, was zu Menschenansammlungen führen könnte, ist ausgeschlossen.»

Normalerweise starten fiebern die Narren in diesen Tagen einem der Höhepunkte der schwäbisch-alemannischen Fastnacht entgegen: dem «Schmotzige Dunschtig» (Donnerstag). Auch am Rosenmontag wird normalerweise ordentlich gefeiert. Am darauffolgenden Aschermittwoch ist dann Schluss mit lustig. In diesem Jahr ist aller anders.

Das Innenministerium in Baden-Württemberg rief die Narren und Fastnacht-Fans zur Disziplin auf. «Angesichts der Lage kann freilich auch bei der Fastnacht kein Auge zugedrückt werden», erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag in Stuttgart. Die Polizei überwache die coronabedingte Ausgangsbeschränkung. «Es gibt keine besonderen Corona-Regeln für die Fastnacht.»

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