Baden-Württemberg

Viele Ausflügler am Wochenende in Schneegebieten

Rodler in Holzelfingen
Rodler genießen nahe Holzelfingen einen sonnigen Wintertag. Foto: Christoph Schmidt/dpa © Christoph Schmidt

Offenburg/Reutlingen (dpa/lsw) - Rodeln, Spaziergehen, Schneespaß: Das waren wohl die Ziele der Ausflügler, die sich trotz Mahnungen aus der Politik am Wochenende in beliebten Schneegebieten im Südwesten tummelten. Besonders gut besucht: der Nordschwarzwald. Am Samstag sowie am Sonntag waren schon am Morgen so viele Tagestouristen angereist, dass die Parkplätze belegt und die Zufahrtsstraßen zur Schwarzwaldhochstraße gesperrt waren, wie Polizeisprecher sagten.

«Es macht keinen Sinn, in die Schneegebiete im Nordschwarzwald zu fahren», sagte ein Sprecher am Samstag. Die Menschen, die mit ihren Autos auf den gesperrten Straßen standen, seien jedoch meist einsichtig gewesen und hätten die Anweisungen der Beamten akzeptiert. Auf der Höhe selbst war es am Sonntag - auch gerade wegen der Sperrungen - relativ entspannt, wie ein Polizeisprecher des Offenburger Präsidiums einordnete.

Das Pforzheimer Präsidium berichtete von teils zu 90 bis 100 Prozent ausgelasteten Parkplätzen etwa in den Bereichen Kniebis im Landkreis Freudenstadt und in Bad Wildbad (Landkreis Calw). Im Kurort Dobel (Landkreis Calw) seien manche Parkflächen überfüllt, sagte der Sprecher am Sonntag. Andernorts sei das Besucheraufkommen leicht erhöht und überschaubar. Chaotische Zustände wie an früheren Wochenenden und Feiertagen der vergangenen Wochenende gebe es aber in seinem Zuständigkeitsbereich nirgends.

Auch die Schwäbische Alb war am Wochenende das Ziel vieler Touristen. «Es ist zwar viel los, doch es ist noch nicht chaotisch», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen am Samstag. Auch bis zum Sonntagmittag gab es dort keine größeren Probleme.

Volle Parkplätze gab es am Sonntag auch rund um den Stocksberg beim Beilstein (Kreis Heilbronn). «Wir raten davon ab, weiterhin dort hin zu fahren», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn. Lieber sollten sich die Ausflügler einen einsamen Hang zum Schlittenfahren suchen und in ruhigeren Gegenden spazieren gehen. Straßensperrungen waren dort am Sonntagmittag noch nicht notwendig, Vorbereitungen dafür wurden jedoch getroffen.

Die zahlreichen Ausflügler brachten auch die erwartbaren Probleme mit sich. So berichtete die Bergwacht von mehreren Rodelunfällen in den vergangenen Tagen mit Schlittenfahrern, die ins Krankenhaus mussten.

Trotz des Corona-Lockdowns und Kontaktbeschränkungen hatte es in den vergangenen Wochen vor allem um Weihnachten und Neujahr herum - verbunden mit langen Wochenenden - immer wieder chaotische Szenen an den winterlichen Ausflugszielen im Südwesten gegeben. Wegen zugeparkter Straßen kamen Rettungskräfte an einigen Stellen nicht durch. Auch wurden Mindestabstände den Angaben nach ignoriert.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte deshalb am Freitag ein konsequentes Vorgehen gegen Überfüllung in den Schneeregionen im Land an. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) rief die Bürger erneut zum Verzicht auf. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, es komme nun auf jeden Einzelnen an und es sei klar, «dass wir diesen Leichtsinn nicht tolerieren können».

Die Wetteraussichten bleiben derweil winterlich: Der Deutsche Wetterdienst kündigte für Montag an, dass es bei Temperaturen im Frostbereich trocken und zunächst heiter bleibe, später sollen aus Norden dichtere Wolkenfelder aufziehen. Dienstag und Mittwoch dann sei vor allem im Schwarzwald mit Schneefall zu rechnen. In anderen Regionen könnte es eher Regen geben. Bei Temperaturen zwischen minus zwölf Grad in der Nacht und nur knapp über Null müssen Autofahrer sich daher auf Schneeglätte und Eis auf den Straßen einstellen.