Baden-Württemberg

Vielerorts öffnen Geschäfte wieder

Einzelhandel
«Shopping mit Terminvergabe» ist an der Tür zu einem Modegeschäft zu lesen. Foto: Angelika Warmuth/dpa © Angelika Warmuth

Stuttgart (dpa/lsw) - Endlich mal wieder eine neue Jeans oder ein Paar Schuhe shoppen - in Baden-Württemberg hat in einigen Landkreisen der Einzelhandel erstmals wieder geöffnet. Die Kunden nahmen das Angebot nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen insgesamt gut an. Von einem Ansturm auf die Geschäfte konnte aber nach Informationen der regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK) zunächst nicht die Rede sein.

Der Einzelhandel in Baden-Württemberg reagiert mit Erleichterung auf die Lockerung der Corona-Beschränkungen. «Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt», sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann. Wo die Sieben-Tage-Inzidenz stabil bei unter 50 liegt, dürfen Geschäfte seit Montag wieder komplett öffnen - jedoch unter Auflagen wie Maskenpflicht und einer Begrenzung der Kundenzahl. Bei einer Inzidenz bis 100 darf immerhin nach vorheriger Terminvereinbarung eingekauft werden (Click&Meet). Zwar hätte sich der Handel Regelungen gewünscht, die unabhängig von der Inzidenz sind - aber so sei es nun eben. «Insgesamt glaube ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagte Hagmann.

Die IHK Region Stuttgart berichtet am Montag von einem guten Start, wobei Kunden vorwiegend gezielt einkaufen und nicht klassisch bummeln würden. Die Läden im Rems-Murr-Kreis, Lankreis Böblingen und Göppingen haben - im Gegensatz zum Landkreis Stuttgart - weitgehend wieder geöffnet. Einkaufszentren sind dabei eher nachgefragt als kleinere Läden. Viele Händler bieten Terminbuchungen an, die gut nachgefragt werden. «Der gute Start heute in einigen Landkreisen und die große Disziplin bei Händlern und Kunden macht Hoffnung auf mehr», sagte Marjoke Breuning, Präsidentin der IHK Region Stuttgart, am Montag. «Viele Händler stehen am Rande des Ruins und brauchen dringend Umsatz.»

Die IHK Reutlingen spricht von einem «Hoffnungsschimmer» für Einzelhändler. In der Tübinger Altstadt etwa hätte die Zahl der Kunden am ersten Verkaufstag nach den Lockerungen ungefähr auf dem Niveau wie an einem Montag vor dem Lockdown gelegen.

Ebenfalls berichtet die IHK Rhein-Neckar von einem reibungslosen ersten Verkaufstag. «Die Händler saßen auf glühenden Kohlen, um endlich öffnen zu dürfen», sagte ein Sprecher. Entsprechend gut seien sie auf eine schnelle Öffnung vorbereitet gewesen.

Davon berichtet auch der Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK  Schwarzwald-Baar-Heuberg, Philipp Hilsenbek: «Anlaufschwierigkeiten im lokalen Handel gab es nicht, die Hygienekonzepte lagen bereits in den Schubladen.» Viele Geschäfte hätten ihre Kunden im Vorfeld über ihre Webseite oder soziale Medien informiert. Sorgen bereitet dort eher, ob die Kunden auf längere Sicht in gewohnter Zahl zurückkehren werden. «Das Konsumverhalten der Bürger hat sich durch den Lockdown geändert», sagte Hilsenbek etwa im Hinblick auf Onlineshopping. Die Auswirkungen seien noch nicht absehbar.

Bedenken äußerten einige Stellen auch wegen der eingeschränkten Öffnungen in Landkreisen mit höheren Inzidenzen. Der Handelsverband rechnet allerdings allenfalls im kleinen Umfang mit «Einkaufstourismus».

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