Baden-Württemberg

Walker zur Endlager-Suche: «Keine Vorfestlegung auf Alb»

Thekla Walker spricht
Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltministerin von Baden-Württemberg, spricht. Foto: Bernd Weissbrod/dpa © Bernd Weissbrod

Stuttgart (dpa/lsw) - Auf der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle sollen vier Gebiete in Deutschland spezielle Daten zu Gesteinsformen liefern - eines davon ist die Schwäbische Alb. Das baden-württembergische Umweltministerium hat nun unterstrichen, dass es sich dabei nicht um eine engere Auswahl bei der Suche nach einem Endlager handele. Man werde die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) unterstützen, indem man ihr die notwendigen Daten bereitstelle, sagte ein Sprecher. Für das Land bedeute das erstmal nichts.

Die vier Gebiete dienten in dieser Phase lediglich der Entwicklung von Methoden für die weitere Eingrenzung von Flächen. Alle 90 Teilgebiete blieben weiter im Verfahren und würden nach und nach mit diesen neuen Methoden bewertet.

«Für die vier Gebiete und speziell für die Schwäbische Alb stellt das in keiner Weise eine Vorfestlegung dar», sagte die neue Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Daten aus den Gebieten sollen nach Angaben der BGE helfen, Methoden zur Eingrenzung der Standortauswahl und entsprechende Sicherheitskonzepte zu entwickeln. Konkret handelt es sich um einen Salzstock bei Bahlburg nahe Hamburg, um Salzlager im Thüringer Becken, um Ton-Formationen in Baden-Württemberg und Bayern (Opalinuston) und um Kristallin-Gestein, das sich über die Länder Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen erstreckt. Die genannten Regionen decken demnach die für das Endlager in Frage kommenden Wirtsgesteine ab. Untersucht werden soll etwa die Fähigkeit des Gesteins, hochradioaktives Material abzuschotten und zu binden.

Bis 2031 will Deutschland einen endgültigen Standort zur Entsorgung seiner hochradioaktiven Abfälle gefunden haben. Aktuell kommen noch 90 Gebiete grundsätzlich in Frage - insgesamt 54 Prozent des Bundesgebiets. Über den Standort entscheidet am Ende der Bundestag, die Bürger werden über Dialog-Formate an der Suche beteiligt.

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