Baden-Württemberg

Warnung vor dramatischen Anstieg von Fake-Shops im Internet - Opfer sollen unbedingt Anzeige erstatten

Kreditkarte Onlien-Shopping Fake-Shop
Immer mehr Menschen kaufen online ein - leider auch bei Fake-Shops, die die Ware niemals liefern. © Pixabay/CC0 Public Domain

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz warnt aktuell vor einer steigenden Anzahl an Fake-Shops im Internet. Die auf eigenen Seiten oder auf Verkaufsplattformen wie eBay oder Amazon aktiven Betrüger werben mit Schnäppchen zu teurer Markenware, ausverkauften Spielekonsolen oder begehrten Corona-Artikeln wie Gesichtsmasken mit zum Teil täuschend echt wirkenden Auftritten. Viele Verbraucher sind während der Corona-Schließungen auf den Online-Handel umgestiegen und die Verbraucherzentralen verzeichnen einen damatischen Anstieg der Anzahl der von Verbrauchern gemeldeten Fake Shops. 

Immer mehr Verbraucher melden Fake Shops

So hätten sich laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. für den Zeitraum Januar bis April 2020 im Vergleich zum Vorjahr die Anfragen  zum Thema Fake-Shops verfünffacht. Dabei hätten die Verbraucher angegeben, keine Lieferung erhalten zu haben. Vielfach gehe es um die Bestellung von Atemschutzmasken.

Bei Fake-Shops gehe es den vermeintlichen Onlinehändlern nicht nur darum, Geld zu kassieren, sie wollen auch die persönlichen Daten und die Zahlungsdaten der Käufer sammeln. Mit diesen Daten könnten die Betrüger dann weitere Straftaten im Namen der Käufer begehen, warnte Verbraucherschutz-Minister Peter Hauk.

In der Regel werbe ein Fake-Shop mit Schnäppchen zu teuren Markenuhren, Designerkleidung, Schuhen oder Smartphones oder mit heiß begehrten Corona-Artikeln. Nach Zahlung per Vorkasse komme die bestellte Ware dann entweder nie an oder besitze eine deutlich schlechtere Qualität als versprochen. „Verbraucher sollten deshalb auf keinen Fall per Vorkasse bezahlen, denn das Geld ist dann im Zweifel weg“, betonte der Verbraucherminister. Bezahlt der Verbraucher dagegen per Lastschrift oder Kreditkarte, ließe sich der Betrag zurückholen oder der Kreditkartenbuchung widersprechen.

Woran erkennt man einen Fake-Shop? Impressum und Adresse überprüfen

„Auch wenn Fake-Shops seriös aussehen, gibt es doch ein paar Anhaltspunkte, an denen man sie erkennen kann“, sagte Minister Hauk. Erster Anhaltspunkt und leicht zu überprüfen, sei das Impressum. Bei vielen schlecht gemachten Fake-Shops fehle dieses komplett.

Auch fehlende oder unvollständige Kontaktinformationen zum Verkäufer oder falsche Adress- und Handelsregisterangaben, die sich über eine Suchmaschine verifizieren lassen, sollten stutzig machen. Was die dubiosen Fake-Shops eint, sei oft ein Domainname, der zuvor bereits von einer anderen Firma oder Institution genutzt wurde. Dadurch könne es vorkommen, dass manche Fake-Shops den Namen eines geschlossenen Handwerksbetriebs oder Restaurants haben. „Wenn ein Klempner plötzlich Gesichtsmasken zum Schnäppchenpreis anbietet, dann sollten Verbraucher misstrauisch werden, denn das könnte ein Indiz für einen Fake-Shop sein“, so Hauk.

Gefälschte Gütesiegel und zu gute Bewertungen

Schwieriger sei die Sache, wenn sich ein gefälschtes Gütesiegel auf einer professionell gemachten Fake-Shop-Seite befindet - denn ob das Siegel echt ist, lässt sich nur auf der Seite des Siegelanbieters herausfinden. Dort sind alle Firmen gelistet, die tatsächlich über das Zertifikat verfügen. Allerdings ist ein fehlendes Gütesiegel  kein Hinweis, dass es sich um einen unseriösen Shop handelt. Gibt es dagegen keine oder ausschließlich auffallend gute Bewertungen, dann ist das ein Indiz, dass etwas nicht stimmt und man misstrauisch werden sollte. Wer sich an diese Tipps halte, fahre auf der sicheren Seite. 

„Wem das Überprüfen von Internetshops zu aufwändig ist, kann auch beim lokalen Einzelhändler nachfragen. Viele Geschäfte liefern ihre Produkte zu den Kunden nach Hause“, sagte Hauk.

Was tun, wenn man schon Opfer eines Betrüger wurde?

Wer bereits Opfer eines Fake-Shops wurde, kann sich an die Verbraucherschutzzentrale wenden und an das LKA. Die Nachricht wird dann vom Landeskriminalamt an die zuständige Polizeidienststelle weitergeleitet. Zu Analysezwecken bittet auch der Marktwächter Digitale Welt um die Mitteilung von Betrugsfällen über die Internetseite. Betrugsopfer sollten auf jeden Fall bei der Polizei Anzeige erstatten. Wichtig für eine Anzeige bei der Polizei ist, dass alle Beweise für den Online-Kauf gesichert wurden. Kaufvertrag, Bestellbestätigung oder E-Mails sollten aufbewahrt und ausgedruckt werden.