Baden-Württemberg

Wasser statt Wiese: Vergänglicher Schwarzwald-See zu sehen

Ein Wasserstandsanzeiger steht im Eichener See
Ein Wasserstandsanzeiger steht im Eichener See. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa © Philipp von Ditfurth

Schopfheim (dpa/lsw) - Dieser See kommt und geht, wie es dem Wetter so passt: Im Schwarzwald haben Regen und Schneeschmelze den Eichener See nahe Schopfheim zu Tage treten lassen. Es handele sich um einen temporären See, dessen Erscheinen nur schwer vorhersehbar sei, sagte Patrick Schmidtner von der Tourist-Information Schopfheim am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Eichener See befinde sich in einer Muschelkalklandschaft, erklärte Hartmut Heise, Naturschutzwart des Landkreises Lörrach. Der Untergrund des Sees ähnele einem Schweizer Käse, es gebe unzählige Hohlräume, die sich bei Regen oder Tauwetter mit Wasser füllten. Nach unten hin könne das Wasser wegen einer undurchlässigen Schicht in 48 Metern Tiefe nicht schnell abfließen. Diese «unterirdische Wanne» laufe manchmal über. Dann erscheine der See - für höchstens ein paar Monate. In den vergangenen Jahren blieb er Heise zufolge aber wegen Trockenheit verschwunden.

Derzeit sei der Eichener See etwa 120 Meter lang, 60 Meter breit und schätzungsweise 2,80 Meter tief. Maximal könne er 150 Meter lang werden. Der besondere Lebensraum biete auch seltenen Kiemenfußkrebsen eine Heimat, die etwa zwei Zentimeter lang werden können. Deren Eier warten in Zeiten ohne See auf der Wiese. «Wenn das Wasser lang genug da ist, schlüpft wieder millionenfach das Leben im See, und das ist natürlich etwas ganz, ganz Kostbares», sagte Heise.

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