Baden-Württemberg

Wegen Corona: Sorge vor mehr Karies bei Kindern

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Symbolfoto. © pixabay.com

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Präsident der Landeszahnärztekammer, Torsten Tomppert, erwartet, dass mehr Kinder in der Corona-Pandemie an Karies erkranken. «Wir befürchten eine starke Verschlechterung der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen», sagte Tomppert der Deutschen Presse-Agentur. Der Grund: Die Gruppenprophylaxe, bei der Kinder und Jugendliche unter anderem das richtige Zähneputzen lernen, musste wegen der Pandemie lange ausfallen. «Karies braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Wie schlimm es ist, sehen wir also erst später», erklärte der Zahnarzt.

Eigentlich liegt Baden-Württemberg in Sachen Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen nach Angaben der Zahnärztekammer bundesweit ganz vorn. «Vor der Pandemie kam auf drei Zwölfjährige im Schnitt nur ein kariöser Zahn», berichtete Tomppert.

Auswirkungen der Pandemie auf die Zahngesundheit bei Erwachsenen beobachtete Tomppert bisher nicht. «In meiner Praxis sind nur wenige Patienten nicht zur Kontrolle gekommen.» Schnell hätten die Zahnärzte zu Beginn der Pandemie vermitteln können, dass der Zahnarztbesuch nicht gefährlich sei.

Auch das Tragen von Mund-Nasen-Masken sei seiner Erfahrung nach nicht bedenklich. Mehrere Medien hatten über einen sogenannten Maskenmund berichtet. Demnach führe das dauerhafte Tragen der Maske zu mehr Mundgeruch, Karies und Zahnfleischentzündungen. «Das ist mir in meiner Praxis nicht untergekommen», sagte Tomppert.

Häufiger Mundgeruch könnte eher ein Anzeichen für Parodontitis sein. Anders als Karies bliebe die Krankheit zunächst oft von Patientinnen und Patienten unbemerkt. «Zahnfleischbluten und Mundgeruch können Frühzeichen sein», sagte Tomppert. Bei Erwachsenen habe die Entzündung, die zu Zahnverlusten führen kann, Karies eindeutig überholt. «Deswegen sind regelmäßige Kontrollen wichtig», mahnte der Zahnarzt.

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