Kriminalität

Weitere gefährliche Briefe an Commerzbank-Töchter geschickt

Commerzbank
Das Logo der Commerzbank ist an einer Filiale angebracht. © Frank Rumpenhorst

Nürnberg (dpa) - Nach dem Erpressungsversuch der Commerzbank mit einem gefährlichen Brief an eine Nürnberger Filiale sind weitere präparierte Sendungen bei Tochtergesellschaften eingegangen. Menschen wurden dabei nicht verletzt. «Wir gehen momentan davon aus, dass wir es mit ziemlicher Sicherheit mit ein und demselben Versendenden zu tun haben», sagte Polizeisprecher Robert Sandmann am Dienstag in Nürnberg. Ein erster präparierter Brief hatte im März in einer Commerzbank-Filiale in Nürnberg eine Stichflamme ausgelöst.

Die verdächtigen Briefe waren am 21. und 22. April nach Angaben der Polizei an die Filiale eines Vermögensverwalters in Wiesbaden und an einen Immobilienbewerter in Stuttgart geschickt worden. Da diese dem ersten Brief glichen, seien die Poststellen dort aufmerksam geworden, sagte Sandmann. Das bayerische Landeskriminalamt habe beide Sendungen kriminaltechnisch untersucht und Spuren gesichert, die auf einen Zusammenhang mit den ersten Brief schließen ließen.

Um welche Art von Spuren es sich handelt, wollte Sandmann aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Zurzeit werden diese mit bundesweiten und europäischen Datenbanken abgeglichen. Die weiteren Briefe hätten gezeigt, dass es sich bei dem Erpresser um einen potenziell gefährlichen Täter handele, teilten die Ermittler mit. Es bestehe die Möglichkeit, dass weitere Brief folgten.

Am 24. März war es in einer Commerzbank-Filiale in Nürnberg zu einer Stichflamme gekommen, als eine Angestellte einen DIN-A5-Umschlag geöffnet hatte. Der Brief enthielt eine mechanische Konstruktion, die beim Öffnen eine chemische Reaktion auslöste. Die Frau blieb unverletzt, erlitt aber einen Schock. Bei den Sendungen in Wiesbaden und Stuttgart handelte es sich nach Polizeiangaben erneut um solche Umschläge und wieder war von außen eine Art fester Rahmen zu ertasten.

Die Commerzbank hatte ihre Beschäftigten und Kundinnen und Kunden nach dem ersten Vorfall vor gefährlichen Postsendungen gewarnt. «Unsere Mitarbeitenden sind aufmerksam und schauen ganz genau hin», sagte eine Sprecherin in Frankfurt am Main. Ob es einen Kontakt zu dem Täter gegeben habe, dazu wollte sie sich nicht äußern und verwies auf die Polizei. Diese nennt jedoch wie bei Erpressungsfällen üblich keine Details, erläuterte Polizeisprecher Sandmann.

Im Februar vergangenen Jahres hatte es bereits eine Serie von Paketbomben an Lebensmittelfirmen in Baden-Württemberg und Bayern gegeben. Der Täter ist bisher nicht gefasst. Die Ermittler verdächtigten zunächst einen 67 Jahre alten Rentner aus Ulm. Im Prozess vor dem Landgericht Heidelberg sprachen die Richter den Mann im November 2021 jedoch frei.