Baden-Württemberg

Weitsprung-Weltmeisterin Mihambo: USA-Pläne nur verschoben

Leichtathletik-Star Mihambo
Die Leichtathletin Malaika Mihambo gestikuliert in einem Hörsaal des Olympiastützpunkts während eines Gesprächs. Foto: Uwe Anspach/dpa/archiv © Uwe Anspach

Heidelberg (dpa/lsw) - Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo hat ihre Pläne, künftig in den USA beim neunmaligen Olympiasieger Carl Lewis zu trainieren, noch nicht aufgegeben. «Die bestehen noch, sie sind nur verschoben, nicht gecancelt», sagte Deutschlands «Sportlerin des Jahres» der Deutschen Presse-Agentur. «Momentan ist die Lage dort vor Ort einfach nicht sicher genug und sehr dramatisch. Deshalb bleibe ich erstmal hier und warte ab, bis sich die Situation dort wieder normalisiert.»

Kontakt mit «King» Lewis und dem früheren Sprintstar Leroy Burrell, von denen sich Mihambo einen weiteren Leistungsschub im Weitsprung und über 100 Meter verspricht, habe sie noch - via Videochat. «Aber gerade vor Ort, in Houston, ist es besonders schlimm. Die haben dort gerade noch mal ganz andere Sorgen.» Lewis und Burrell hätten sie «als Menschen tief beeindruckt», sagte Mihambo der «Sport Bild». «Es ist etwas anderes, sich mit jemandem auszutauschen, der den Weg gegangen ist, den ich jetzt auch gehe. Neues inspiriert mich immer sehr.»

Mit der Ankündigung, künftig in den USA zu trainieren, hatte Mihambo Ende Mai für einen Paukenschlag gesorgt und auch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) verärgert. Einige Wochen später aber vertagte die 26-Jährige von der LG Kurpfalz angesichts der schwierigen Corona-Lage in den Staaten ihr Vorhaben.

Am Wochenende startet Mihambo bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ohne Zuschauer in Braunschweig in ihrer Paradedisziplin. Allerdings wird sie aus einem verkürzten Anlauf mit 16 statt den sonst üblichen 20 Schritten springen. «Diese Saison hat natürlich nicht den Stellenwert, den sie unter normalen Umständen gehabt hätte. Es ist schon so, dass man sich selbst ein bisschen schont im Hinblick auf das nächste Jahr, aber dennoch Spitzen im Wettkampf setzt.»

Es sei ein tolles Gefühl, wieder bei Titelkämpfen zu starten, nachdem die Olympischen Spiele in Tokio und die EM in Paris verschoben wurden: «Für uns ist es einfach: Das tun, was wir lieben.»