Baden-Württemberg

Weniger Insolvenzanträge im Südwesten trotz Pandemie

Zahl der Insolvenzen sinkt im Südwesten
Ein Mann geht an einem Ladengeschäft in der Innenstadt von München vorbei, auf dessen Fenster «Wir schliessen diese Filiale! Räumungsverkauf» steht. Foto: Peter Kneffel/dpa/Symbolbild © Peter Kneffel

Stuttgart (dpa/lsw) - Trotz der für viele Privatpersonen und Betriebe existenzbedrohenden Corona-Pandemie hat es im vergangenen Jahr weniger Insolvenzanträge im Südwesten gegeben. Die Zahl der beantragten Firmen-Insolvenzverfahren sank im Jahresvergleich um 5,2 Prozent auf 1724, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Stuttgart mitteilte. Noch deutlicher fiel die Zahl der Insolvenzverfahren für Privatpersonen - nämlich um 27 Prozent auf 6086.

Hintergrund dürften mehrere Maßnahmen sein, die die Politik zur Abmilderung der Pandemiefolgen auf den Weg gebracht hatte. So wurde die Insolvenzpflicht im Rahmen der Corona-Krise ausgesetzt, obendrein flossen teils üppige Hilfskredite und Zuschüsse.

Zum starken Rückgang der Privatinsolvenzen dürfte laut Landesamt ein Gesetz zur Verkürzung der Restschuldbefreiung beigetragen haben. Wenn ein Verbraucher eine Insolvenz anmeldet, winkt neuerdings im Regelfall ein beschleunigter Neuanfang: Betroffene werden dann schon nach drei statt wie bisher nach sechs Jahren von ihren Restschulden befreit. Man könne vermuten, dass überschuldete Personen wegen des erst im Dezember rückwirkend zum 1. Oktober beschlossenen Gesetzes ihre Insolvenzanträge zunächst zurückgestellt haben, hieß es.

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