Baden-Württemberg

Wolf im Odenwald wird Stammgast: Fördergebiet ausgewiesen

Wolf
Ein Wolf liegt in einem Tierpark auf dem Waldboden. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © Soeren Stache

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach dem jüngsten Wolfsnachweis im Odenwald gelten für die Region besondere Anforderungen für den Schutz der Schafs- und Ziegenherden, aber auch für Gehege. Der Naturraum sei als neues Fördergebiet Wolfsprävention ausgewiesen worden, teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. Im Gegenzug zu den Ausgaben für Zäune werden in einem Fördergebiet nahezu sämtliche Kosten für den zusätzlichen Herdenschutz vom Land erstattet.

Der Odenwald ist nach dem Schwarzwald die zweite Region mit mindestens einem lokal ansässigen oder auch sesshaften Wolf. Als sesshaft gilt ein Tier, wenn ein eindeutig zuzuweisender Nachweis auch nach sechs Monaten noch gefunden wird. Eine erste Spur dieser Art im Odenwald stammt von Mitte September des vergangenen Jahres, auch eine im Schnee entdeckte jüngere Urinprobe stammt von dem Wolfsrüden mit der Labor-Kennung GW1832m. Am Dienstag hatten Experten zudem eindeutig einen Wolf anhand eines Bilds aus einer Fotofalle aus dem Gemeindegebiet Walldürn identifiziert.

Das neue Fördergebiet umfasst etwa 94 Städte und Gemeinden zwischen Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis) und Boxberg (Main-Tauber-Kreis), Wertheim (Main-Tauber-Kreis) und Neckarsulm (Landkreis Heilbronn). Die Region hat eine Fläche von 2630 Quadratkilometern.

Bislang waren im Südwesten zwei Wölfe als Stammgäste bekannt, sie leben dauerhaft im Schwarzwald. Im Odenwald ist es der erste dauerhaft ansässige Wolf seit 155 Jahren.

Schäfern macht die zunehmende Zahl der Wölfe trotz der Entschädigung Sorgen. «Es gibt jedes Jahr 30 Prozent mehr Wölfe. Da wissen wir, wohin die Reise geht», sagt Alfons Gimber, der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände. Er stellt die Existenz der Tiere zwar nicht in Frage. «Aber braucht wirklich jedes Bundesland sein eigenes Wolfsrudel? Der Wolf muss irgendwann auch mal gemanagt werden», fordert er. Außerdem müssten Wölfe, die Schafe rissen, konsequent «entnommen», also geschossen werden.

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