Baden-Württemberg

Zehn Jahre Streich? Freiburg-Coach verspürt «totale Freude»

Trainer Christian Streich (l) und Sportvorstand Jochen Saier
Freiburgs Trainer Christian Streich (l) und Sportvorstand Jochen Saier. Foto: picture alliance/Patrick Seeger/dpa/Archivbild © Patrick Seeger

Freiburg (dpa/lsw) - Wie lange er nun schon Trainer des SC Freiburg ist, dürfte Christian Streich am Freitag vielleicht erneut bewusst geworden sein. Kurz bevor der 55-Jährige über das Heimspiel gegen Hertha BSC am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) sprach, hatte der FC Schalke 04 sich von Coach Manuel Baum getrennt und Huub Stevens reaktiviert. Zwei Tage nach der 0:2-Niederlage gegen die Breisgauer war Schluss für Baum - obwohl er gerade mal zehn Bundesliga-Spiele als Coach beim Krisenclub erlebt hatte. Streich dagegen könnte in einem Jahr sein Zehnjähriges beim SC feiern. Das würde sich zumindest Sportvorstand Jochen Saier wünschen.

«Das Faszinierende ist doch, dass dieses Feuer in ihm immer noch lodert, dass die Energie immer noch da ist. Die Hoffnung ist, dass dieser Weg auch gemeinsam weitergeht», sagte Saier der Deutschen Presse-Agentur. Neun Jahre gehen sie diesen Weg im Breisgau nun schon, und sie ließen sich auch durch einen zwischenzeitlichen Abstieg nicht von ihm abbringen. Ob Streich seinen im Sommer auslaufenden Vertrag tatsächlich nochmal um ein Jahr verlängert, sollen Gespräche in der Zukunft zeigen. Der Trainer selbst jedenfalls freute sich über die Worte seines Vorgesetzten.

«Das ist einfach eine Anerkennung», sagte er. «Ich weiß, dass der Jochen es genauso meint, wie er es sagt. Das ist eine totale Freude für mich, weil einfach auch weitsichtig gedacht wird und nicht an kurzfristige Ergebnisse.» Auch der Ausgang der Partie am Sonntag wird daher nichts an der Wertschätzung für Streich beim Sport-Club ändern. Nach zuletzt zwei Siegen in Serie könnten die Freiburger mit einem weiteren Erfolg sogar die mit großen Ambitionen gestartete Hertha auf vier Punkte distanzieren. Streichs Vorgabe an die Mannschaft wird die gleiche wie immer sein: «Alles abarbeiten.» Denn: «Erst kommt die Arbeit, dann kommt die Kunst.»

Die vor einer Woche noch angespannte Stimmung beim SC hat sich dank der jüngsten Erfolgserlebnisse komplett gedreht. Streich plauderte am Freitag frei und unbeschwert, er will dieses außergewöhnliche Jahr nun aber auch zu einem vernünftigen Abschluss bringen. Am liebsten mit dem dritten Sieg in Serie gegen die Berliner - und dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale durch einen weiteren Erfolg nächste Woche Mittwoch beim VfB Stuttgart.