Personal

Zu wenig Fachkräfte: Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm

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Krankenhaus © Julian Stratenschulte

Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen des Personalmangels in Krankenhäusern müssen sich Patienten weiter darauf einstellen, dass ihre Operationen umgeplant und aufgeschoben werden. «Es wird viel über Fachkräftemangel gesprochen, aber das ist nichts Theoretisches mehr: Das ist bittere Realität», sagte Heiner Scheffold, Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), am Montag in Stuttgart. Die Lage habe sich durch die Corona-Pandemie weiter verschärft. Im Durchschnitt können 14,3 Prozent der Betten nicht belegt werden, wie aus einer Umfrage der Krankenhausgesellschaft hervorgeht.

Scheffold fordert von der Politik, bürokratische Hürden abzubauen sowie die Corona-Quarantänezeiten für das Pflegepersonal zu verkürzen und die einrichtungsbezogene Impfpflicht auszusetzen. Diese werde im Gesundheitsbereich als ungerecht empfunden. «Die war ja immer im Kontext einer allgemeinen Impfpflicht gesehen», sagte Scheffold. Letztere kam dann aber nie.

Auch die steigenden Kosten machen den Einrichtungen nach dem aktuellen BWKG-Indikator zu schaffen. Krankenhäuser und Reha-Kliniken sind laut Scheffold nicht auf unerwartete Preissteigerungen ausgerichtet. Die Einrichtungen seien unterfinanziert. Außerdem können Kliniken die Kosten nicht weitergeben, da es staatlich festgelegte Preise gibt, wie Hauptgeschäftsführer Matthias Einwag sagte. 61,1 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Krankenhäuser gaben an, dass sie in diesem Jahr rote Zahlen erwarten. Die Gesellschaft dringt auf einen Inflationsausgleich durch den Bund.

Die 1953 gegründete Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft ist ein Zusammenschluss von 473 Trägern mit 198 Krankenhäusern, 132 Vorsorge- und Rehabilitations- sowie 733 Pflegeeinrichtungen.