VfB Stuttgart

Baustelle Defensive: Schindelmeiser spielt auf Zeit

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Jan Schindelmeiser: „Ein Transfer darf nicht daran scheitern, dass man am Ende zwei oder drei Wochen länger warten muss.“ © Danny Galm

Stuttgart.
Jan Schindelmeiser hat ein Problem. Während die Planungen bezüglich der Offensive voraussichtlich abgeschlossen sind, ist der Sportvorstand des VfB Stuttgart weiter bemüht der Stuttgarter Hintermannschaft Stabilität und Qualität hinzuzufügen.

Der Transfermarkt ist überhitzt

Und genau dieses Unterfangen gestaltet sich äußerst schwierig. „Es gibt wenige Spieler mit hoher Qualität und das führt dazu, dass die Preise teilweise surreal sind“, erklärte Schindelmeiser am Rande des Testspiels gegen die Stuttgarter Kickers. Verhandlungen mit potentiellen Neuzugängen für den Defensiv-Bereich sind extrem kompliziert.

Das Angebot ist nicht gerade groß, die Nachfrage hingegen schon. Das treibt die Preise in die Höhe. Der Transfermarkt ist überhitzt und Jan Schindelmeiser muss einen kühlen Kopf bewahren. Der 53-Jährige will nicht in blinden Aktionismus verfallen: „Wir wollen den Kader natürlich zeitnah komplett haben - aber nicht um den Preis, dass es nicht funktioniert oder wir Phantasiepreise zahlen müssen.“

„Die Mittel, die wir zur Verfügung haben, müssen wir sorgfältig einsetzen"

Der Brasilianer Matheus Dória (22) ist laut dem kicker ein Kandidat. Der Innenverteidiger steht aktuell bei Olympique Marseille unter Vertrag, kam letzte Saison auf 23 Saisonspiele in der Ligue 1 und soll um die 3 Millionen Euro kosten. Gleiches gilt für den Ex-Stuttgarter Christian Träsch (29), der den VfL Wolfsburg wohl verlassen will. Der rechte Verteidiger wäre für rund 2 Millionen Euro zu haben.

Auch der Freiburger Marc-Oliver Kempf stand offenbar auf Schindelmeisers Liste, war allerdings zu teuer. „Die Mittel, die wir zur Verfügung haben, müssen wir sorgfältig einsetzen. Das sind wir auch unseren Mitgliedern schuldig“, begründet der Sportvorstand sein Vorgehen.

Schindelmeiser muss den einen oder anderen Umweg nehmen

Der Sportvorstand spielt auf Zeit und will sich keinesfalls zur Eile drängen lassen: „Ein Transfer darf nicht daran scheitern, dass man am Ende zwei oder drei Wochen länger warten muss.“ Jan Schindelmeiser weiß, dass er bei der Suche nach Verstärkungen für die Defensive noch den einen oder anderen Umweg nehmen muss.

Die Qualität, die Perspektive und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit eines Transfers müssen passen. Zudem müssen sich die Neuzugänge in das Gehaltsgefüge des Aufsteigers einfügen. Der unbedingte Wille sich auf die „Abenteuer-Reise“ mit dem VfB einzulassen muss ebenfalls gegeben sein. „Wir werden keine Gespräche mit Spielern führen, die sich nicht klar zum VfB Stuttgart bekennen“, so Schindelmeiser.

„Natürlich wollen wir gerne wieder dahin, dass wir für außergewöhnlich gute Spieler höhere Gehälter zahlen können“, sagt Schindelmeiser - aber dieser Weg ist noch weit. Und bis dahin müssen sich die VfB-Fans noch in Geduld üben.