VfB Stuttgart

Bereicherung für die Liga: Aufsteiger Stuttgart verzückt die Fachwelt

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart
Stuttgarts Silas Wamangituka (3.v.r.) traf per Elfmeter zur Führung. Foto: Focke Strangmann/Pool/epa POOL/dpa © Focke Strangmann/Pool

Fünf Tore in Dortmund schafften zuletzt nur die Bayern vor über elf Jahren. Am Samstag wiederholte der VfB Stuttgart dieses Kunststück. Der furiose Auftritt beim vermeintlichen Titelanwärter ist eine weitere Bestätigung für exzellente Arbeit.

«Wir haben brutal als Einheit funktioniert»

Der wohl größte Moment seit dem Wiederaufstieg des VfB Stuttgart versetzte Thomas Hitzlsperger in Hochstimmung. «Ich könnt Konfetti kotzen, so happy bin ich über das, was ich gerade sehen durfte», kommentierte der Vorstandschef der Schwaben nur wenige Minuten nach dem 5:1 (1:1)-Coup bei Borussia Dortmund via Twitter.

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Dass der Underdog dem hohen Favoriten aus dem Revier ausgerechnet in dessen Paradedisziplin Tempofußball eine Lehrstunde erteilte, erfüllte auch Pellegrino Matarazzo mit Stolz. «Wir haben brutal als Einheit funktioniert und mit Dominanz und Überzeugung gespielt», schwärmte der VfB-Coach.

Mit viel Spielwitz, höchstem Tempo und imposanter Zweikampfführung

Die Stuttgarter scheinen auf gutem Weg, eine neue Attraktion der Liga zu werden. Mit viel Spielwitz, höchstem Tempo und imposanter Zweikampfführung sorgten sie für die höchste Heimniederlage des BVB seit September 2009.

Dass dem VfB dieses Kunststück mit seiner zweitjüngsten Startelf der Bundesliga-Historie (23,37 Jahre) gelang, erhöhte die Freude. Torhüter Gregor Kobel ist guter Dinge, dass der Aufwärtstrend auch in den kommenden Wochen anhält. «Es ist ein geiler Sieg, der uns sehr viel Selbstvertrauen gibt», sagte der Schweizer.

«Bei Silas und bei vielen anderen Spielern ist das Potenzial grenzenlos»

Mit den Treffern von Silas Wamangituka (26./Foulelfmeter, 53.), Philipp Förster (60.), Tanguy Coulibaly (63.) und Nicolas González (90.+1) war die Borussia sogar noch gut bedient.

«Wir hatten einfach den besseren Plan als der Gegner», verwies Torschütze Förster auf die kluge Matchstrategie seines Trainers. Matarazzo blieb in seinen ersten sechs Bundesliga-Auswärtsspielen ohne Niederlage. Das schafften vor ihm nur sechs andere Fußball-Lehrer, darunter auch Jogi Löw in der Saison 1996/97 ebenfalls mit Stuttgart.

Der Coach gab die Komplimente an seine Spieler zurück: «Wir machen sehr gute Schritte in guter Geschwindigkeit. Es ist ein enormes Trainingsniveau und Engagement. Das ist der Grund, warum wir so schnell vorankommen.» Nach Einschätzung von Matarazzo ist die Mannschaft noch lange nicht am Optimum: «Bei Silas und bei vielen anderen Spielern ist das Potenzial grenzenlos.»

Die gute Perspektive des Teams ist auch ein Verdienst von Sven Mislintat. Zwischen 2006 bis 2017 war der 48-Jährige Scout in Dortmund und kehrte nun als VfB-Sportdirektor an seine alte Wirkungsstätte zurück. Spiele wie in Dortmund dürften dazu beitragen, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag in Kürze verlängert wird.

Watzke nach 1:5-Debakel des BVB: «Wir müssen es analysieren»

  • BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich nach dem 1:5-Debakel von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart zu möglichen Konsequenzen bedeckt gehalten.
  • «Wir müssen es analysieren», sagte der 61-Jährige nach der frustrierenden Heimniederlage des Champions-League-Achtelfinalisten übereinstimmenden Medienberichten zufolge. «Wenn du 1:5 zuhause verlierst, dann ist das ein schwarzer Tag. Ich habe eben überlegt, wann es das letzte Mal so hoch gewesen ist», meinte Watzke. «Es fühlt sich nicht gut an.»
  • Das blamable 1:5 dürfte dem Revierclub unruhige Zeiten bescheren - vor allem auch Trainer Lucien Favre. «Das war eine Katastrophe. Wir waren sehr, sehr schlecht. Das geht nicht. Wir waren heute nicht da», hatte Favre unmittelbar nach der Partie bei Sky gesagt.
  • Der BVB ist nach der vierten Saisonniederlage nur noch Tabellenfünfter der Fußball-Bundesliga.