Blaulicht

19-Jähriger aus Murrhardt will Polizei erpressen: Geld her, oder es passiert "was Schlimmes"

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Symbolbild. © pixabay.com / Pixies

Ein 19-jähriger polizeibekannter Deutscher aus Murrhardt hat versucht, die Polizei zu erpressen. In E-Mails hatte der mutmaßliche Täter zunächst Forderungen gestellt, die am selben Tag bis 20 Uhr erfüllt werden sollten, sonst würde „etwas Schlimmes“ passieren. Um „das Schlimme“ abzuwenden, müsse Geld gezahlt werden. Zunächst begnügte sich der E-Mail-Schreiber mit einer Forderung von wenigen hundert Euro. Selbstverständlich ging die Polizei darauf nicht ein. Unbeeindruckt von seinem Misserfolg erhöhte der mutmaßliche Täter seine Forderungen: ein fünfstelliger Betrag sei jetzt nötig, um „das Schlimme“ abzuwenden. Alternativ hätte sich der Mann auch mit „mindestens zehn Kilogramm Gras“ (Marihuana) zufrieden gegeben.

Digitale Spuren waren gut verwischt

Statt auf diese kruden Forderungen einzugehen, fanden Cybercrime-Spezialisten der Kriminalpolizei heraus, wer der Absender der Mails war – obwohl der junge Mann seine digitalen Spuren gut verwischt hatte. Beamte des Polizeipostens Murrhardt hatten zuvor schon den Verdacht gehegt, der 19-Jährige könnte der Absender der Mails sein. Polizeisprecher David Ebert begründet den Verdacht damit, dass der junge Mann zuvor schon bei der Polizei im Zusammenhang mit einer Anzeige wegen Computerbetrugs aufgefallen war.

Die Erpresser-E-Mails waren bereits Ende Juli bei verschiedenen Adressaten des Polizeipräsidiums Aalen eingegangen. Nachdem sich der Verdacht gegen den 19-Jährigen erhärtet hatte, durchsuchten Beamte die Wohnräume des jungen Mannes in Murrhardt. Auch am Firmensitz des 19-Jährigen gab es eine Durchsuchung – offenbar betreibt der Tatverdächtige eine Firma, zu deren Zweck und Sitz die Polizei aber keine weiteren Angaben macht.

Zufällig kehrte der Mann während der Durchsuchung zusammen mit seiner Mutter zum Wohnort Murrhardt zurück. Der 19-Jährige hatte ein Handy bei sich. Auf diesem Handy fanden die Kripobeamten noch während der Durchsuchung eine Nachricht, „die sich eindeutig dem Erpressungsversuch zuordnen ließ“, wie es im Polizeibericht heißt.

Der 19-Jährige wurde in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß entlassen, nachdem alle Formalitäten erledigt waren. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren.