Blaulicht

Bankmitarbeiter verhindert Betrug

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Symbolbild. © pixabay.com (CC0 Public Domain)

Waiblingen.
Fast wäre eine 82-Jährige einem Betrug zum Opfer gefallen - doch ein aufmerksamer Bankberater verhinderte das. Ein falscher Polizeibeamter hatte die Seniorin um einen sechsstelligen Geldbetrag bringen wollen. Der Betrüger wurde festgenommen und befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Wie die Polizei mitteilt, war der Bankmitarbeiter misstrauisch geworden, als die Frau am Dienstag eine größere Geldsumme überweisen wollte. Gemeinsam mit der Seniorin ging er aufs Revier, um Anzeige zu erstatten.

Telefonisch massiv bedrängt

Wie sich herausstellte, war die 82-Jährige seit Montag von unbekannten Personen telefonisch massiv unter Druck gesetzt worden. Die Männer gaben sich, wie bei dieser Masche üblich, als Polizisten und Staatsanwälte aus. Sie forderten sie auf, ihr Geld "in Sicherheit zu bringen".

Die Frau wurde derart eingeschüchtert, dass sie schließlich dem Drängen nachgab und zu ihrer Hausbank ging.

40-Jähriger ist dringend tatverdächtig

Die Ermittlungen führten die Polizei zu einem Tatverdächtigen: Sie nahmen den 40-jährigen, türkischstämmigen Mann in der Nähe der Wohnung der Frau fest. Weil gegen ihn ein dringender Tatverdacht bestand, wurde er auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl. Seither sitzt der 40-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt.

Die weiteren Ermittlungen zum Vorfall, insbesondere ob weitere Personen an der Tat beteiligt waren, dauern an.


Polizei mahnt zur Vorsicht

Seit Jahresbeginn verzeichnet die Polizei des Landes und auch das Polizeipräsidium Aalen einen drastischen Anstieg von Fällen, bei denen ältere Menschen Anrufe von vermeintlichen Polizeibeamten erhalten und betrogen werden. Das schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung.

Die Täter rufen mit oftmals technisch manipulierten Telefonnummern an: auch mit der Notrufnummer 110 oder anderen örtlichen Telefonnummern.

Sie warnen vor einem Einbruch und erkundigen sich nach Geld und Wertsachen. Unter Vorwänden täuschen sie ihren Opfern vor, deren Geld und Wertsachen seien zuhause nicht sicher. Beispielsweise behaupten sie, Hinweise auf einen geplanten Einbruch zu haben. Ein Polizist in Zivil werde vorbeikommen, um die Wertsachen "in Sicherheit" zu bringen.

Im Zweifel auflegen

 

Folgende Hinweise gibt die Polizei:

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
  • Auflegen sollten Sie, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft.
  • Legen Sie auf, wenn Sie der Anrufer nach persönlichen Daten und Ihren finanziellen Verhältnissen fragt, beispielsweise ob Sie Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus haben.
  • Legen Sie auf, wenn der Anrufer Sie auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben oder Geld zu überweisen, insbesondere ins Ausland.
  • Legen Sie auf, wenn der Anrufer Sie unter Druck setzt.
  • Legen Sie auf, wenn der Anrufer Sie dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen, beispielsweise zu einem Boten, der Ihr Geld und Ihre Wertsachen mitnehmen soll.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauten über den Anruf.
  • Sprechen Sie als Angehöriger mit älteren Verwandten über diese Betrugsmasche.
  • Glauben Sie Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Wenden Sie sich sofort an die örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.

Weitere Informationen zum Thema "Falscher Polizeibeamter" finden Sie hier