Blaulicht

Ermittlungsgruppe aufgelöst

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Die zwei Gruppierungen hatten sich auf dem Schulhof der Künkelinschule getroffen. © Laura Edenberger

Schorndorf. Die Ermittlungsgruppe der Kripo Waiblingen und des Polizeireviers Schorndorf, die nach einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen vor der Künkelinschule eingerichtet worden war, ist seit Freitag (15.06.) aufgelöst. Das teilen die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Polizei Aalen am Mittwochnachmittag (20.06.) mit. Der 26-jährige Tatverdächtige befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Eine Gruppe, bestehend aus bis zu zehn Beamtinnen und Beamten, ermittelte intensiv und kam zu folgenden Erkenntnissen:

Zwei Jugendliche hatten sich gestritten und vereinbart, sich an jenem Samstagabend (02.06.) erneut vor der Künkelinschule zu treffen. Dafür hatten die beiden weitere Personen eingeweiht, sodass schließlich zwei Gruppen mit jeweils circa 30 Leuten vor der Schule aufeinander trafen. Es sei zu verbalen Streitigkeiten gekommen, aus denen Schubsereien und vereinzelte Körperverletzungen hervorgingen. Zu einer Schlägerei zwischen allen anwesenden Personen sei es jedoch nicht gekommen, so die Polizei. 

Zwei Personen mit "Tierabwehrgerät" verletzt

Im Verlauf der Auseinandersetzung kam der tatverdächtige 26-Jährige hinzu. Der Deutsche mit türkischen Wurzeln verletzte einen 18-jährigen Syrer und einen 19-jährigen Afghanen mit einem "Tierabwehrgerät". Der 18-Jährige erlitt schwere Augenverletzungen und musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden - die konnte er inzwischen wieder verlassen. Der 19-Jährige wurde ambulant in einem örtlichen Krankenhaus behandelt. 

Kein ausländerfeindlicher Hintergrund

Nach den intensiven Ermittlungen kann die Polizei einen ausländerfeindlicher Hintergrund definitiv ausschließen. Vielmehr soll es sich um Rivalitäten zweier loser Gruppierungen handeln, die bereits seit geraumer Zeit andauern. Die eine Gruppe besteht überwiegend aus Syrern und Afghanen. Bei deren Kontrahenten handelt es sich um Deutsche, überwiegend mit Migrationshintergrund sowie Personen anderer Nationalitäten.

Wurden weitere Personen verletzt

Die polizeilichen Ermittlungen gestalteten sich schwierig, da beide Gruppen wenig Interesse an einer polizeilichen Aufklärung der Ereignisse zeigten. Auch hatten sich keine weiteren Verletzten gemeldet, obwohl aufgrund Aussagen unbeteiligter Zeugen davon ausgegangen werden muss, dass weitere Personen verletzt worden waren.

26-Jähriger in U-Haft

Aufgrund des Zeugenaufrufs in den Medien hatten sich zehn Zeugen gemeldet. Im Hinweisportal wurde ein Bild hochgeladen. Der 26 Jahre alte Tatverdächtige befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.