Blaulicht

Fellbacher Firma wird Opfer eines Betrugs und verliert fast eine halbe Million Euro

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Symbolbild. © Pixabay/moerschy

Knapp eine halbe Million Euro haben Gauner erbeutet, die eine Buchhalterin in einem Fellbacher Unternehmen betrogen haben. Laut Polizeipressesprecher Bernd Märkle laufen zurzeit Versuche, das Geld zurückzuholen; „vielleicht klappt es“.

Diese Betrugsmasche kommt laut Märkle „immer wieder mal vor“, und dieses Mal waren die Kriminellen erfolgreich. Der Trick spielt sich folgendermaßen ab: Unbekannte generieren eine E-Mail, die so wirkt, als habe die Geschäftsleitung des betreffenden Unternehmens sie verschickt. In dieser Mail wird die Buchhaltung aufgefordert, Geld auf ein bestimmtes Konto im Ausland zu überweisen. Im Fellbacher Fall hieß es in der Mail, es würden Geschäftsanteile im Ausland erworben. Deshalb sei der sechsstellige Betrag wie in der Mail angegeben auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Die Buchhalterin vertraute auf die Echtheit der Mail, fragte offenbar nicht zurück und überwies das Geld wie gefordert. Tags darauf fiel der Schwindel auf.

Betrüger nutzen Informationen aus diversen Quellen

Dieser Trick gilt laut Polizei als eine der häufigsten Betrugsmaschen im Internet. Die Täter recherchieren intensiv, welche Abläufe in einer Firma gelten, wer wofür zuständig ist – und kontaktieren dann ausgesuchte Opfer mit gefälschten Mails.

Die Betrüger nutzen laut Polizei als Informationsquellen zum Beispiel Wirtschaftsberichte, das Handelsregister, Werbebroschüren oder die Homepages der Unternehmen. Sie interessieren sich für Geschäftspartner, künftige Investments und E-Mail-Adressen der Beschäftigten. Ferner nutzen Kriminelle laut Polizei soziale Netzwerke, in welchen Beschäftigte ihre Funktion und ihren Arbeitsbereich im Unternehmen sowie womöglich persönliche Details preisgeben.

Gefälschte E-Mails an die Buchhaltung

Meist richten die Betrüger ihre gefälschten Nachrichten an Mitarbeiter der Buchhaltung oder des Rechnungswesens. In den Mails ist zum Beispiel von einer potentiellen Firmenübernahme die Rede, oder es wird behauptet, eine Bankverbindung sei geändert worden. Es folgt die Aufforderung, größere Summen auf ausländische Konten zu überweisen. Im Fachjargon spricht man von „CEO-Fraud“. CEO steht für „Chief Executive Officer“, also etwa Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzender oder Generaldirektor. „Fraud“ bedeutet „Betrug“. Zum Schutz vor dieser Art Betrug gibt die Polizei folgende Tipps:

Besser Rücksprache halten

  • Achten Sie darauf, welche Informationen Sie über Ihr Unternehmen veröffentlichen.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Betrugsmasche „CEO-Fraud“.
  • Führen Sie klare Abwesenheitsregelungen und interne Kontrollmechanismen ein.
  • Legen Sie Verhaltensregel und Standards fest, wie bei höheren Überweisungsaufträgen vorzugehen ist.
  • Prüfen Sie, ob die Absenderadresse der E-Mail korrekt ist.
  • Prüfen Sie, ob die Zahlungsaufforderung auch tatsächlich vom genannten Auftraggeber stammt, zum Beispiel durch persönliche Rücksprache oder per Rückruf.
  • Prüfen Sie, ob die Geschäftsleitung oder die Vorgesetzten informiert sind.
  • Ziehen Sie „Rückfallebenen“ ein, etwa das Vier-Augen-Prinzip.