Blaulicht

Frau verschleppt: Spuren von Gewaltanwendung

Polizeipressesprecher Roland Krötz 20190607
Polizeipressesprecher Roland Krötz © Joachim Mogck

Waiblingen/Aspach. Die vermisste Erkenntnissen der Polizei von ihrem Ex-Partner entführt. Ihr ist Gewalt angetan worden, darauf deuteten Spuren im Wohnmobil hin. Dies berichtete Polizei-Pressesprecher Ronald Krötz bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Freitag in Waiblingen. Ein Video mit Ronald Krötz gibt es am Ende des Artikels. 

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Zeugenaussagen zufolge habe die Frau zuvor schon Angst vor ihrem ehemaligen Lebensgefährten gehabt. Die 47-jährige Polin, die als Pflegerin in einem Privathaushalt in Aspach gearbeitet hatte, hat mit dem Mann eine gemeinsame, bereits erwachsene Tochter, zu der die Polizei auch Kontakt hat.

Offenbar hatte die Frau vor kurzem in Polen ihre Beziehung zu dem jetzt gesuchten 51-jährigen beendet. Sie war dann aber noch einmal zu einem letzten Treffen mit dem Mann verabredet gewesen. Diese Zusammenkunft nutzte der Pole, um die Frau zu kidnappen. Der Mann hat laut Polizei keine Forderungen etwa nach Lösegeld oder dergleichen gestellt. Dem Vernehmen nach gehört er der Military-Szene an. Er gilt laut Krötz als "gewalttätig und psychisch auffällig." In Deutschland ist er nicht vorbestraft. Ob der Mann der Polizei in Polen bereits bekannt ist, darüber gab es noch keine Informationen. Die Polizei klärt aktuell noch ab, ob der Mann bereits früher gegen die 47-Jährige gewalttätig geworden ist.

Auf demselben Parkplatz zwischen Tennisclub und Mechatronik-Arena in Großaspach, auf welchem die Polizei am Dienstagabend einen Renault mit polnischem Kennzeichen durchsucht hatte, war einem Zeugen zuvor ein Wohnmobil aufgefallen, das auffällig schnell wegfuhr. Das Wohnmobil war in Polen zugelassen und nicht entwendet worden. In diesem Wohnmobil hat der 51-Jährige offenbar zusammen mit einem Komplizen, einem sehr viel jüngeren Kollegen, die Frau verschleppt. Das Wohnmobil wurde in der Nähe von Straßburg gefunden. Es fanden sich darin Spuren, "die auf eine Gewaltanwendung schließen lassen", so Ronald Krötz vor der Presse in Waiblingen. Am Donnerstag (06.06.) hatte die Polizei Hinweise, dass die Frau lebt.

Der Entscheidung für eine Öffentlichkeitsfahndung ging die Überlegung voraus, wie sich der dadurch erzeugte Druck auf das Verhalten des mutmaßlichen Täters auswirken könnte. Letztlich entschieden sich Polizei und Staatsanwaltschaft, am Freitagmittag (07.07.) öffentlich nach den beiden Männern zu fahnden. Gegen sie liegt ein internationaler Haftbefehl vor.

Ob sich die Gesuchten mit der Frau noch in  Frankreich aufhalten, ist unklar. Die Waiblinger Kripo befindet sich in "sehr engem Austausch insbesondere mit den französischen Kollegen", so Krötz weiter. Die Ermittlungen laufen natürlich auch übers Pfingstwochenende weiter: "Die Anspannung ist auch bei uns sehr groß." Experten vom Landeskriminalamt sind ebenfalls mit dem Fall betraut.

"Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Fall", sagte Krötz vor der Presse: "Je länger es dauert, desto kritischer ist es für die Frau. Wir setzen alles daran, um die Frau zu finden."