Blaulicht

Hausdurchsuchungen: Geldwäsche und Betrug in Millionenhöhe

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Symbolfoto © Ramona Adolf

Stuttgart. Wegen gewerbsmäßigen Betrugs in über 500 Fällen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen 29-Jährigen erhoben. Dem Mann wird vorgeworfen, sich die Zugangsdaten von Bankkunden zum Online-Banking verschafft zu haben. Seit Februar 2016 habe er diese von seinem letzten Wohnort in Kambodscha aus für Transaktionen genutzt. Betroffen sind überwiegend Kunden von Banken im süddeutschen Raum. Im Zuge der Ermittlungen wurden am Mittwoch (07.02.) die Wohnungen von acht Personen durchsucht, mindestens eine davon im Rems-Murr-Kreis. Die Wohnungsbesitzer stehen im Verdacht, einer internationalen Geldwäscher-Gruppe anzugehören.

Der 29-Jährige soll sich telefonisch an Service-Mitarbeiter der Banken gewendet und als Kontoinhaber ausgegeben haben. Durch geschickte Gesprächsführung veranlasste er sie dazu, mTAN-Verfahren zu seinen Gunsten zu verändern. In anderen Fällen schaffte er es auch, unmittelbar Transaktionen vom Konto zu tätigen. Auf diese Weise soll er über 500 Überweisungen von insgesamt 1,9 Millionen Euro veranlasst haben.

Nach umfangreichen Ermittlungen konnte der 29-Jährige Anfang April 2017 identifiziert werden. Als er nach Deutschland eingereist war, wurde er in einem Hotel in München vom LKA Baden-Württemberg und Spezialkräften der Polizei festgenommen.

Hausdurchsuchungen in sechs Bundesländern

Um die Herkunft der Gelder zu verschleiern, soll der Beschuldigte die Gelder an Finanzagenten im In- und Ausland weitergeleitet oder hochwertige Waren eingekauft haben. Die Waren sollen anschließend über Agenten weiterverkauft worden sein. In diesem Zusammenhang wurden am Mittwochvormittag die Wohnungen von acht Beschuldigten in sechs Bundesländern durchsucht. Die mutmaßlichen Waren- und Finanzagenten sind im Alter zwischen 25 und 78 Jahren. Sie stehen im Verdacht, einer international agierenden Geldwäscher-Gruppe anzugehören.

Die Durchsuchungen wurden vom LKA Baden-Württemberg koordiniert. Insgesamt waren 35 Beamte des LKA und von Polizeidienststellen aus Aalen, Hamburg, Rostock, Bochum, Essen, Saarbrücken und Berlin an der Durchsuchungsaktion beteiligt. Die Beamten fanden Handys, Laptops, elektronische Datenträger und Dokumente, die derzeit ausgewertet werden.