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Kiloweise Marihuana: Polizei gelingt Schlag gegen internationale Drogendealer - Mann aus dem Rems-Murr-Kreis verhaftet

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Symbolbild. © Pixabay (CC0 Public Domain)

74 Kilogramm Marihuana, etwa 1,8 Kilogramm Kokain und über 160.000 Euro Bargeld haben Ermittler in einem Verfahren gegen einen international agierenden Drogendealer-Ring beschlagnahmt. Wie das Polizeipräsidium Ludwisgburg am Mittwoch (26.08.) mitteilt, wurden seit Mai insgesamt 14 Tatverdächtige festgenommen, darunter auch ein Mann aus dem Rems-Murr-Kreis.

Bereits im Frühjahr 2019 hatten sich bei der Kriminalpolizei Waiblingen erste Hinweise auf einen 39-Jährigen aus dem Rems-Murr-Kreis und seinen 43-jährigen Komplizen aus Ludwigsburg ergeben. Der 43-Jährige war im Sommer 2019 nach Offenbach umgezogen und hatte von dort aus den Rauschgifthandel nach Süddeutschland weitergeführt. Nach mitunter verdeckt geführten Ermittlungen konnten am 16. Mai auf einem Parkplatz in Steinheim an der Murr über 65 Kilogramm Marihuana festgestellt werden, die mit einem Lkw aus Spanien angeliefert worden waren. Der Lkw-Fahrer und zwei Abholer aus Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen wurden festgenommen. Gegen den Fahrer wird inzwischen auch wegen internationalen Waffenhandels ermittelt. Ein 43-jähriger Bosnier aus Bielefeld, der den Transport koordiniert hatte, wurde am 14. August festgenommen.

Kokain und Marihuana im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet verkauft

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der 39-Jährige aus dem Rems-Murr-Kreis, ein bulgarisch-albanischer Staatsangehöriger, mit einem Familienmitglied und einem Fahrer zahlreiche Rauschgift-Beschaffungsfahrten in Deutschland und im Ausland durchgeführt hatte. Seine Abnehmer in Süddeutschland und im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet versorgte er mit Kokain und Marihuana im Kilogrammbereich. Während sich das Familienmitglied und der Mittäter ins Ausland absetzten, führte der 39-Jährige die Rauschgiftgeschäfte ab Januar 2020 zunächst alleine weiter.

Am 19. Juni konnte der Mann schließlich in Österreich festgenommen werden, nachdem er dort einen türkischen Abnehmer mit Marihuana beliefern wollte. In seinem Pkw stellten die Einsatzkräfte 5,5 Kilogramm Marihuana sicher. Nach Abschluss der Ermittlungen stehen die Männer unter Verdacht, im Großraum Dornbirn und Bregenz mehrere 25 Kilogramm Marihuana an türkische und türkischstämmige Abnehmer verkauft und geliefert zu haben. Außerdem sollen sie mehrere 100 Gramm Kokain an einen Abnehmer in Vorarlberg übergeben haben und Marihuana und Kokain von Deutschland durch Vorarlberg in die Schweiz geschmuggelt haben. Die Kantonspolizei St. Gallen legt den Tatverdächtigen nach umfangreichen Ermittlungen den Erwerb und Weiterverkauf von rund 800 Gramm Kokain und 27 kg Marihuana zur Last.

Nach der Festnahme des 39-Jährigen griffen die deutschen Ermittler in Karlsruhe zu und nahmen weitere Mittäter des 39-Jährigen fest, darunter ein albanisches Brüderpaar im Alter von 37 und 42 Jahren. Bei ihrer Festnahme transportierten die Brüder neben 2,4 Kilo Marihuana und 1,1 Kilogramm Kokain in ihrem Auto auch 52.000 Euro Drogengeld.

43-Jähriger auf Rastplatz an der A8 festgenommen

Der 43-Jährige, der inzwischen in Offenbach lebte, wollte sich offenbar mit einem 25-Jährigen aus Deutschland absetzen. Die beiden wurden jedoch am 25. Juni auf der Rastanlage Sindelfinger Wald an der A8 festgenommen. Ein weiterer Kurierfahrer ging den Ermittlern mit einem präparierten Fahrzeug in Offenbach ins Netz. In diesem Auto stellten die Beamten knapp 70.000 Euro Bargeld sicher.

Bei Festnahme in Ludwigsburg fallen Schüsse

Am 6. Juli wurden in Ludwigsburg und Leinfelden-Echterdingen ein 25-Jähriger und ein 29-Jähriger festgenommen. Dabei wurden Bargeld und 100 Gramm Kokain sichergestellt. Am 5. August erfolgte dann eine von der Polizei fingierte Rauschgiftübergabe in der Tiefgarage des Ludwigsburger Marstall-Centers. Ein 34-jähriger kosovarischer Tatverdächtiger sollte festgenommen werden. Als der Mann mit zwei Komplizen, einem 30-jährigen Albaner und einem 33-Jährigen Serben, im Auto zum vereinten Zeitpunkt auftauchte, griff das Mobile Einsatzkommando zu. Der 34-Jährige konnte sofort festgenommen werden, der 30 Jahre alte Fahrer ergriff jedoch die Flucht. Er fuhr dabei direkt auf einen Polizeibeamten zu, der sich nur noch durch einen Sprung zur Seite retten konnte und sich dabei verletzte. Der 30-Jährige ist weiterhin auf der Flucht. Die Polizei vermutet, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat.

In dem umfangreichen Verfahren stießen die Ermittler auf "äußerst konspirativ agierende Tatverdächtige", die über abhörsichere Mobiltelefone kommunizierten und Überwachungsmaßnahmen durch Störsender zu verhindern suchten. Bei dem Verfahren waren Ermittler der Kriminalpolizeidirektionen der Polizeipräsidien Ludwigsburg und Aalen, die Staatsanwaltschaft Stuttgart, das Landespolizeikommando, das Landeskriminalamt Vorarlberg und die Kantonspolizei St. Gallen im Einsatz.