Blaulicht

Mann bedroht Joggerin in Fellbach-Oeffingen

Joggerin Joggen Symbolbild Symbol
Symbolbild. © pixabay / public domain

Es war laut Polizei ein junger Gambier, ein Flüchtling, der am Montagabend in Fellbach-Oeffingen eine Joggerin bedroht und mit einer Zeltstange um sich geschlagen hat. Sofort schrillt's im Kopf aus mehreren Gründen: Ein Fall wie dieser schürt leicht Ressentiments, wird ganz anders bewertet als eine Bedrohung im häuslichen Umfeld, wie sie jeden Tag im Rems-Murr-Kreis vielfach vorkommt. Und ein Fall wie dieser rührt an eine Grundangst: Mann bedroht Joggerin. Ein Albtraum.

Zunächst ignoriert die Frau den 24-Jährigen

Der Vorfall laut Polizeibericht: Eine 43-jährige Frau joggt am Montagabend den Kirschenweg in Fellbach-Oeffingen entlang. Die Uhr zeigt etwa 20.40 Uhr, als ein 24-jähriger Mann sie anspricht. Die Frau ignoriert ihn, läuft weiter. Der Mann stellt sie wenig später, bedroht sie, hält eine Zeltstange in der Hand. Die Frau schreit. Eine Rollerfahrerin hört das und will helfen. Der Mann versucht, den Zündschlüssel aus dem Roller zu ziehen, klappt aber nicht. Die Rollerfahrerin ruft ihren Mann per Handy um Hilfe. Der Aggressor will sie daran hindern und scheitert. Es dauert nur ganz kurze Zeit, dann ist der Ehemann der Rollerfahrerin mit dem Auto vor Ort. Der 24-Jährige schlägt mit der Zeltstange auf das Auto ein. Die Polizei kommt und nimmt den Gambier in Gewahrsam.

Verdacht auf psychische Erkrankung

Ihm droht ein Verfahren wegen Bedrohung, Nötigung und Sachbeschädigung. Zurzeit gehen die Ermittler nicht von einem versuchten Sexualdelikt aus, berichtet Polizeisprecher Robert Kreidler. Der Mann habe die Frau nicht körperlich angegangen, sei zurückgewichen, als sie schrie. Bei der Festnahme drängte sich den Beamten der Verdacht auf, der Mann könnte psychisch krank sein, sich zumindest in einem psychischen Ausnahmezustand befinden. Zuständige Stellen entschieden sich – zunächst – gegen eine Einweisung in eine Fachklinik, berichtet Robert Kreidler.

Einen Fall wie diesen kann man in Beziehung setzen zur Statistik: Die Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge und Zuwanderer ist 2019 im Gebiet des Polizeipräsidiums Aalen um rund 13 Prozent zurückgegangen. Laut Polizeistatistik sind unter den tatverdächtigen Flüchtlingen und Zuwanderern Personen mit Staatsangehörigkeiten aus Syrien, Gambia und Nigeria „vorrangig auffällig“. Neun Prozent aller ermittelten Tatverdächtigen waren 2019 Flüchtlinge oder Zuwanderer.

Für das Opfer spielt die Statistik keine Rolle

Korrekterweise müssten jetzt akribische Berechnungen folgen, die alle Zahlen ins Verhältnis zu allem setzen, weil eine Betrachtung sonst nichts anderes sein kann als verzerrt. Zumal in die Zahl aller Tatverdächtigen Schwarzfahrer, Diebe und Drogendealer ebenso Eingang finden wie Sexualstraftäter und Mörder.

Für die 43-jährige Oeffinger Joggerin muss jede Statistik unendlich zynisch klingen: Für sie spielt es keine Rolle, welches Deliktfeld sich wann wie entwickelt hat. Sie ging am Montagabend als freier Mensch raus, rannte los – und kam als Opfer zurück.