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Politisch motivierter Brandanschlag auf Firma

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Symbolbild. © ZVW/Benjamin Büttner

Fellbach.
Nach einem Brandanschlag am Donnerstag (7.11.) auf ein Fellbacher Firmengebäude ist laut Polizei ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Kripo hat inzwischen ermittelt, dass offenbar mehrere Molotowcocktails entzündet und einer gegen die Verglasung der Firma geworfen wurde. Dabei wurde an der Gebäudefassade und einem Fenster ein Sachschaden in Höhe von 1000 Euro verursacht. Ein Zeuge hatte mehrere Unbekannte flüchten sehen. Zwischenzeitlich tauchte laut Polizei ein Schreiben einer nicht näher definierten Gruppierung auf. Darin wird die Tat "als Teil des Angriffes des weltweiten Widerstandes gegen den faschistischen Angriffskrieg der Türkei gegen das kurdische Volk in Rojava" begründet. Zudem wird in dem Schreiben behauptet, die Firma baue die Elektriksysteme im deutschen Leopard-2-Panzer, die die Türkei gegen Kurden einsetze.


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Hintergrund: Rojava

  • Rojava ist der Name eines kurdischen Selbstverwaltungsprojekts entlang der türkischen Grenze. "Rojava" bedeutet "Der Westen": Gemeint sind die west-kurdischen Gebiete; in der politischen Geographie der PKK und ihr nahestehender Organisationen bilden etwa die kurdisch besiedelten Gebiete im Iran "Ost-Kurdistan". Der türkische Ministerpräsident Erdogan betrachtet Rojava als Bedrohung.   
  • Nach dem von US-Präsident Donald Trump angeordneten Rückzug der amerikanischen Truppen aus Nordsyrien hat der türkische Präsident freie Bahn. Das Kerngebiet von Rojava, einen rund 500 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Streifen südlich der türkischen Grenze, hat Erdogan zur "türkischen Sicherheitszone" erklärt.
  • In den mittleren Teil dieses Streifens sind  türkische Soldaten, unterstützt von bewaffneten islamistischen Gruppierungen, einmarschiert. Kurdische Kämpfer haben sich von dort zurückgezogen. Zehntausende kurdische Zivilisten sind vor den türkischen Kräften geflüchtet. Wie es in Rojava weitergeht, ist unklar.