Blaulicht

Polizei bittet um Geduld

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Was an dieser Ecke in Schorndorf am Samstag genau passiert ist, soll möglichst mit Hilfe weiterer Zeugenaussagen geklärt werden. © Büttner / ZVW

Schorndorf. Wie kam es zu der Massen-Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Samstag in Schorndorf, und worum ging es dabei? Noch kann die Polizei keine neuen Erkenntnisse öffentlich vermelden, es gebe aber erfolgversprechende Ermittlungsansätze. Pressesprecher Ronald Krötz bittet um Geduld.



60 junge Leute – zwei Gruppen, die eine vor allem aus Syrern und Afghanen bestehend, die andere wohl ethnisch bunt gemischt nebst Deutschen – sind am Samstag Abend in Schorndorf bei der Künkelinschule aneinander geraten, zwei junge Syrer wurden durch einen Schuss aus einer Schreckschusspistole verletzt, einer musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden; weshalb aber die beiden Gruppen, die sich offenbar bei der Schule verabredet hatten, aufeinander los gingen, ist immer noch unklar.

"Wir haben Ansätze"

Eine Ermittlungsgruppe der Polizei, kombiniert aus Spezialisten von der Kripo Waibingen und ortskundigen Kräften des Reviers Schorndorf, hat „bewusst direkt vor Ort“ Quartier gemacht, um bei der Ermittlungsarbeit „kurze Wege“ zu haben, erklärt Polizeisprecher Krötz. „Viele Vernehmungen“ seien bereits geführt worden; die Ermittler haben aber auch andere Recherche-Maßnahmen ergriffen, die Krötz „nicht breittreten“ möchte, „um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden“. Nur so viel: „Wir haben Ansätze.“

Dass die Bevölkerung komplette Aufkärung verlangt – und zwar am besten jetzt gleich und sofort –, das versteht Krötz. Nur: Polizeiliche Ermittlungsarbeit gehorcht einem anderen Zeit-Rhythmus als die rasend schnelle Gerüchte-Verbreitung auf Facebook.

Werden Informationen zurückgehalten?

„Es liegt überhaupt nicht in unserem Interesse“, betont der Polizist, „irgendwas geheimzuhalten“, zu unterschlagen oder zu vertuschen, wie in Internetforen jetzt manche Leute raunen, die ja auch der Presse immer nur das Böseste unterstellen. Es ist schlicht so: Wenn die Polizei „jedes Detail“, das womöglich noch nicht einmal vernünftig gesichert ist, umgehend ausposaunen würde, wäre das kontraproduktiv. „Der Ermittlungserfolg steht über allem“ – und manche Informationen, die der Polizei intern vielleicht bereits vorliegen, vertragen derzeit nun mal das Schnaufen nicht, wie der Schwabe sagt.

Zusammengefasst: Das Ganze sei jetzt eine „Geduldsfrage. Wir brauchen einfach die Zeit.“

Die Gerüchte gären immer noch weiter

Rund um die Affäre gären nach wie vor die Gerüchte. Eines lautet: Es habe nach der Auseinandersetzung bei der Künkelinschule eine Art Nachglühen zwischen 19 und 21 Uhr am unteren Marktplatz gegeben: Diverse Leute hätten sich dort Wortgefechte, womöglich auch Rangeleien geliefert.

Das ist „vorstellbar“, räumt Polizeisprecher Krötz ein: Es könne schon sein, dass sich einige der in den Streit Verstrickten später noch einmal über den Weg gelaufen seien. Aber dass es in der Innenstadt nach 19 Uhr wirklich noch einmal zu ernsthaften Zusammenstößen gekommen sei, lasse sich zumindest „derzeit nicht handfest belegen“.

Allerdings: Die Polizei habe im Laufe des Samstagabends „Signale“ aufgeschnappt, dass einige Leute aus den beiden Gruppen den möglicherweise weiter gärenden Streit „untereinander regeln“ wollten, „ohne uns“. Das klang tatsächlich, als könnte da gleich nochmal was aufflammen. Deshalb patrouillierten Streifen bis in die frühen Morgenstunden durch die Stadt. Bilanz: „Keine weiteren Vorfälle.“


Zeugen: Melden!

Wer am Samstag etwas von den Vorfällen nahe der Künkelinhalle mitbekommen hat, sollte sich unbedingt bei der Polizei in Waiblingen unter der Telefonnummer 07151 / 950-0 melden. Die Ermittler sind natürlich auch an Fotos oder Smartphone-Video-Aufnahmen interessiert, die zur Klärung beitragen könnten.