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Polizei zieht schwankenden Sattelzug aus dem Verkehr

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Symbolbild. © ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen.
Die Spezialisten des Verkehrkommissariats Backnang haben am Mittwochvormittag einen Großraumtransport aus dem Verkehr gezogen. Auf den letzten zwei Kilometern einer rund 430 Kilometer langen Reise, war nämlich die Verkehrssicherheit des Transports zweifelsfrei nicht mehr gegeben, und das bei einer tonnenschweren Ladung.

Doch der Reihe nach: Ein Autofahrer fuhr auf der Landesstraße 1142 hinter dem Schwertransport her. Weil das Fahrzeug stark schwankte, machte er sich Sorgen, dass es umkippen könnte und verständigte die Polizei. Eine Streife der Waiblinger Polizei hielt den Transport zwischen Hegnach und Waiblingen an und alarmierte die Backnanger Spezialisten für die Kontrolle solcher Spezialtransporte. Der tschechische Sattelzug war auf der Strecke Paderborn-Waiblingen unterwegs, seine Ladung sollte, nur wenig entfernt von der Kontrollstelle, in der Innenstadt abgeladen werden.

Gleich mehrere Verstöße

Als erstes erkannten die Kontrollbeamten, dass die Fahrzeughöhe, für die eine Sondergenehmigung ausgestellt war, um elf Zentimeter überschritten war. Allein ein solcher Verstoß reicht aus, um eine Weiterfahrt zu untersagen. Dabei blieb es aber nicht. Zusammen mit einem Gutachter einer Kraftfahruntersuchungsstelle stellten die Experten noch an Ort und Stelle fest, dass der Hauptrahmen des Aufliegers gerissen war. Dieser Auflieger trug fünf Beton-Sanitärzellen von zusammen rund 21 Tonnen Gewicht.

Verkehrssicherheit hing am seidenen Faden

Die Anordnung, die deshalb getroffen wurde, war eindeutig: kein Meter weiter. Einer der Polizisten sagte: "Die Ladung und damit die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer hing am seidenen Faden". Die Ladung musste an Ort und Stelle umgeladen werden, was ein Ersatzfahrzeug und einen Kraneinsatz nötig machte. Da die 33- und 39-jährigen alten Fahrer des Sattelzug keinen Wohnsitz in Deutschland haben und sich auch der Firmensitz im Ausland befindet, wurde eine Sicherheitsleistung, zur Sicherung der zu erwartenden Bußgelder, in Höhe von 4200 Euro festgelegt.

Oben drauf kommen vierstellige Kosten für die Umlade- und Ersatzbeförderungsaktion und für die Auslagen des Gutachters. Durch die stundenlange Dauer der Kontrolle und das aufwendige Umladen entstanden übrigens keine Verkehrsstörungen, denn es war der Polizei gelungen, rechtzeitig auf parallel zur Straße verlaufende Wege auszuweichen.