Blaulicht

Streit beim Berglesbond Richtfest: Drei Polizeieinsätze

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Das Hofbräuregiment trat am Donnerstag auf dem Berglesbond Richtfest auf. © Ramona Adolf

Berglen. Die Polizei musste in der Nacht zum Sonntag dreimal zu Streitereien auf dem Berglesbond Richtfest ausrücken. Fünf Personen wurden verletzt. Die Pressestelle der Polizei in Aalen sieht auf Nachfrage und nach Rücksprache mit dem Winnender Revier allerdings keinen Anlass, von einer besonderen Häufung an Vorfällen zu sprechen. „Alles im Rahmen“, meint auf Nachfrage Jochen Friz, der Vorsitzende des veranstaltenden Berglesbond.

Um kurz vor Mitternacht waren zwei Männer in einen Streit geraten. Es kam zum Gerangel zwischen dem 20-Jährigen und dem 49-Jährigen. Der Ältere wurde dabei leicht verletzt. Der 20-Jährige ließ sich nicht beruhigen, weshalb die Polizei ihn in Gewahrsam nahm. Dabei beleidigte der 20-Jährige die Beamten laut Polizeibericht "aufs Übelste". Er wurde schließlich in die Gewahrsamszelle eingeliefert. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 2,5 Promille.

Gegen 1.25 Uhr gerieten drei weitere Männer wegen Nichtigkeiten aneinander. Ein 19-Jähriger schlug schließlich mit Bruchstücken eines zerbrochenen Bierkruges in Richtung der anderen Männer. Einer wurde dabei leicht verletzt. Alle drei waren mit 1,3 Promille deutlich alkoholisiert. Das Polizeirevier Winnenden hat die Ermittlungen aufgenommen.

Drei Verletzte

Gegen 2 Uhr kam es dann zum letzten Einsatz auf dem Fest. Ein 24-Jähriger war mit einem bislang unbekannten Mann in Streit geraten. Der Unbekannte fuhr zunächst weg, kam aber kurze Zeit später zurück. Er winkte den 24-Jährigen zu sich. Als dieser sich zu dem Auto begab, sprühte der Fahrer eine Flüssigkeit, vermutlich Pfefferspray in seine Richtung. Anschließend fuhr der Unbekannte davon. Der 24-Jährige und seine 20 und 21 Jahre alten Begleiterinnen wurden bei dem Vorfall leicht verletzt. Hinweise erbittet die Polizei Winnenden unter der Telefonnummer 07195 6940.

Vorfälle vom Sicherheitsdienst gemeldet

Die Polizei berichtet auf Nachfrage, dass alle drei Vorfälle ihr vom professionellen Sicherheitsdienst des Fests gemeldet wurden. Am Wochenende habe es einen „Sondereinsatz“ im Großraum Winnenden gegeben, in dem Sinne, dass die regulären Streifen durch weitere und damit zusätzliche Beamte verstärkt wurden. Grund war, dass sehr viel los war, eben nicht nur das Richtfest stattfand. Zu den Vorfällen beim Richtfest zieht die Polizei einen Vergleich zum Wasen, wobei in Berglen natürlich alles in viel kleinerem Rahmen stattfinde. Auch auf dem Wasen gebe es zu fortgeschrittener Stunde immer mal wieder alkoholbedingt Ärger. Man könne aber beileibe nicht davon sprechen, dass das Richtfest grundsätzlich bekannt sei für Stress. Es gebe aus Sicht der Polizei auch keinen Grund, vor einem Besuch des Fests zu warnen.

Joche Friz: „Wer sich nicht benimmt, fliegt raus“

Jochen Friz warnt davor, angesichts der Vorfälle „ein Fass aufzumachen“. Wenn er das diesjährige Richtfest mit früheren Zeiten vergleiche, „dann war es eine ruhige Veranstaltung“. Er habe mit einem Polizisten gesprochen, der habe ihm versichert, es sei alles „im grünen Bereich“ gewesen. Von den Vorfällen direkt habe er selbst gar nichts mitbekommen, außer dass Polizei dagewesen sei. Leute, die für Ärger sorgen, würden von der Security raus, vors Zelt, gebracht und dann von der Polizei mitgenommen. „Das ist aber ganz normal. Wer sich nicht benimmt, fliegt raus. Wir tun unser Bestes, damit das Fest friedlich bleibt und ganz schnell wieder Ruhe einkehrt“, betont Friz. Seine Ordner und die Security machten deshalb auch nicht mehr lange rum. „Die fangen gar nicht erst an, da auf die Leute einzureden, mit denen zu verhandeln, weil das erfahrungsgemäß eh nichts bringt.“ Friz berichtet außerdem, dass eine Polizeistreife beim Fest ständig vor Ort war, das sei aber schon seit Jahren so und mit dem Polizeirevier in Winnenden so abgesprochen.