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Update: Flucht vor Polizei - 20-Jähriger tot

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Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Winnenden.
Ein 20-jähriger Mann wollte am Montagmorgen vor der Polizei flüchten – und starb. Er stürzte aus dem siebten Stock eines Mehrfamilienhauses in Winnenden-Schelmenholz. Laut Pressestaatsanwalt Jan Holzner war der junge Mann zu einer zweijährigen Jugendstrafe rechtskräftig verurteilt gewesen. Er trat die Haft nicht an, weshalb die Polizei ihn am Montag gegen 6 Uhr mit Vollstreckungshaftbefehl abholen und in die Justizvollzugsanstalt bringen wollte. Familienangehörige öffneten den Beamten. Daraufhin ging der 20-Jährige auf den Balkon und wollte laut Polizei „nach bisherigen Feststellungen“ auf den Nachbarbalkon klettern. Der 20-Jährige stürzte aber in die Tiefe und zog sich dabei schwerste Verletzungen zu. „Trotz des schnellen Einsatzes des Rettungsdienstes kam für ihn jede Hilfe zu spät“, heißt es im Polizeibericht weiter.


„Das ist tragisch“, sagt Jan Holzner. Nun werde routinemäßig geprüft, ob es Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gibt. Nichts deutet darauf hin, so Holzner weiter: „Das ist ein Unglücksfall.“ Seiner Kenntnis nach ist nicht vorgesehen, die Leiche des jungen Mannes zu obduzieren.


Zunächst hatte alles nach einem Routine-Einsatz ausgesehen. Der junge Mann hatte offenbar im Vorfeld von der Justizvollzugsanstalt ein Schreiben erhalten. Der Termin, wann er seine Haft antreten sollte, war bestimmt. Doch kam der 20-Jährige der Aufforderung nicht nach – ein Vollstreckungshaftbefehl ist in Fällen wie diesen die übliche Folge.
Auch für die Polizeibeamten waren die Ereignisse im Schelmenholz „sehr dramatisch“, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Aalen sagt. Auf Wunsch erhalten die betroffenen Polizisten psychologische Betreuung.