Blaulicht

Update: Kind findet Handgranate bei Schatzsuche

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Symbolbild. © Laura Edenberger

Waiblingen-Hegnach.
Kinder haben am Mittwochnachmittag bei einer Schatzsuche in Waiblingen-Hegnach eine Handgranate gefunden. Für den 46-jährigen Vater war der Schock groß, als die Kinder aus dem Gebüsch statt der Schatzkiste plötzlich eine Granate zogen. Sie hatte unweit des versteckten Schatzes gelegen. Er warf die Granate sofort weit weg. Sie rollte einen Abhang hinunter und musste von der alarmierten Polizei erst gesucht werden. Es handelte sich nicht um eine Handgranate aus den beiden Weltkriegen, wie sie gelegentlich noch gefunden werden. Die Handgranate sei neueren Datums, vermutlich aus dem Jugoslawienkrieg, so ein Polizeisprecher.

Nachdem die Beamten die Handgranate wieder gefunden hatten, verständigten sie die Entschärfer des Landeskriminalamtes. Die stellten anhand eines Fotos fest, dass es sich bei der gefundenen Handgranate nicht etwa um eine Attrappe handelt. Das Motto hieß nun: „Finger weg! Wir kommen!“

Kriminalpolizei hat Ermittlungen übernommen

Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage mitteilt, wurde die Handgranate von den Entschärfern mitgenommen und dient nun als „Spurenträger“. Wie die Handgranate ins Gebüsch gelangt ist, ist derzeit völlig unklar. Dass sie jemand dort deponiert hat, sei zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich, da die Waffe nicht verpackt war. Die Ermittlungen zur Herkunft der Handgranate wurden laut Polizeibericht von der Kriminalpolizei übernommen.

Der Vater hatte am Mittwochnachmittag mit mehreren kleinen Kindern in Hegnach einen Kindergeburtstag gefeiert und eine Schatzsuche am Ortsrand veranstaltet, im Bereich Am Haldenholz oberhalb der Rems.

Funde in der Vergangenheit

In den vergangenen Jahren hat es die Polizei im Rems-Murr-Kreis gelegentlich mit gefundenen Handgranaten zu tun. Im Dezember 2016 war der Kampfmittelbeseitigungsdienst in Schorndorf im Einsatz. Ein Anwohner hatte im Bereich des Mühlkanals die vermeintliche Handgranate gefunden. Sie entpuppte sich alllerdings als ein verschrottetes Maschinenteil.

Im Oktober 2015 war in Murrhardt bei Umbauarbeiten eines Altbaus vom Bauherrn eine Handgranate entdeckt worden. Sie war unter Dachplatten im Gebälk versteckt. Es handelte sich um eine amerikanische Granate aus dem Zweiten Weltkrieg, die noch scharf war.

Im September 2015 war ein Gütlesbesitzer in Fellbach beim Umschoren auf eine Granate aus dem 1. Weltkrieg gestoßen. Ebenfalls aus dem 1. Weltkrieg stammte eine Handgranate in Weinstadt, mit der Kinder im Jahr 2011 drei Wochen lang gespielt hatten, bis ein Vater die Polizei alarmierte. Wie sich herausstellte, war der Zünder noch intakt.