Blaulicht

Update: Polizei sucht Besitzer von teils ungewöhnlichem Diebesgut

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Symbolbild: Es wurde allerlei seltsames Diebesgut sichergestellt. Darunter Plastiktüten, einzelne Handschuhe, Mützen, Feuerzeuge, Pappschachteln und Taschentücher. © Sarah Utz

Ludwigsburg/Waiblingen.
Die Polizei hat große Mengen mutmaßliches Diebesgut sichergestellt. Nun sucht sie die Besitzer. Wer in den vergangenen Monaten Opfer eines Einbruchs geworden ist, für den lohnt sich ein Blick auf die Homepage des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Dort sind rund 800 Fotos veröffentlicht, auf denen verschiedenste Gegenstände zu sehen sind, unter anderem Schmuck, Handys, Münzen, Uhren oder Laptops. Fotos von wertlosen Sachen wie Papiertaschentüchern oder Pappschachteln sind auch dabei – „um die Erinnerung der Einbruchsopfer anzuregen“, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg sagt. Ein Teil des mutmaßlichen Diebesguts könnte aus dem Rems-Murr-Kreis stammen.

Am 2. Januar hatten Beamte in Cannstatt einen mit vier Männern besetzten Mercedes kontrolliert. Sie stießen auf Gegenstände, die möglicherweise gestohlen waren. Bei Durchsuchungen in den Wohnungen und Fahrzeugen der vier Tatverdächtigen entdeckte die Polizei jede Menge weiteres Material. Drei der vier sitzen mittlerweile in Haft, darunter der 19-jährige Halter des Mercedes, der laut Polizei bereits mehrfach wegen Eigentumsdelikten aufgefallen ist. Nach seiner Festnahme Anfang Januar versuchte er, mit Handschellen gefesselt, zu fliehen. Die Polizei holte den Mann schnell ein. Wegen einer leichten Verletzung musste er hernach ins Krankenhaus. Außer gegen den 19-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft auch gegen einen 22-Jährigen und einen 26-Jährigen Haftbefehl erlassen. Die drei Männer gaben laut Polizei an, Anfang Dezember aus Albanien eingereist zu sein. Ein 17-Jähriger ist auf freien Fuß gesetzt worden.

Bisher ist nur ein Teil des mutmaßlichen Diebesguts zugeordnet. Die Polizei hofft nun, anhand der Fotos weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Viele der Gegenstände weisen individuelle Merkmale auf und könnten von Einbruchsopfern wiedererkannt werden, teilt die Polizeirektion Ludwigsburg mit. Die Ermittler hoffen, auf diesem Weg weitere Einbruchsdiebstähle aufklären zu können. Die Polizei gibt Gegenstände laut der Sprecherin nur dann heraus, wenn ein potenzieller Besitzer nachweisen kann, dass ihm die Sachen wirklich gehören. Verglichen wird beispielsweise, was ein Einbruchsopfer bei der Anzeige als gestohlen gemeldet hatte – und was jetzt als Besitz deklariert wird. Beweismaterial bewahrt die Polizei auf, bis eine mögliche Gerichtsverhandlung abgeschlossen und Urteile rechtskräftig sind, erläutert die Sprecherin. Meldet niemand Besitzansprüche für Diebesgut an, entscheidet die Staatsanwaltschaft, was damit passiert. Der wertlose Kram „wird irgendwann mal vernichtet.“

Fotos und Kontaktdaten sind hier zu finden: https://www.polizei-bw.de/Dienststellen/PPLudwigsburg/Seiten/default.aspx