Blaulicht

Vorsicht! Dubioses „Gewinnspiel“

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Wer einen solchen Brief erhält, sollte ihn am besten gleich wegschmeißen. © Mathias Ellwanger

Urbach. Im Moment kursieren wieder mal Gewinnspiel-Mitmachaufrufe einer „Verlagsgruppe“ mit Postfach in Bremen. Vorsicht! Dabei handelt es sich ganz offensichtlich um eine Masche dubioser Datensammler. Behörden und Verbraucherzentrale raten: Schmeißen Sie diese Sendungen einfach weg.

Ein Leser aus Urbach, ein Senior, hat jüngst einen Gewinnspiel-Mitmachaufruf im Briefkasten vorgefunden. Eine „Verlagsgruppe diverser Zeitschriften, Illustrierten und Zeitungen“ schreibt, sie sei glücklich, ihn „als regelmäßigen Leser unserer Medien begrüßen zu dürfen“. Der Urbacher wunderte sich und hat beim Zeitungsverlag Waiblingen angerufen, weil er doch außer seiner Tageszeitung kein Printerzeugnis regelmäßig bezieht. Und wir können ihm bestätigen, der ZVW hat mit diesen Briefen nichts zu tun. Es handelt sich ganz offensichtlich um die Gewinnspiel-Mitmach-Aufforderung dubioser Datensammler mit mehreren Postfach-Adressen, zum Beispiel in Bremen.

„Schriftbild und Aufmachung des Schreibens ohne konkreten Absender sind ganz typisch für eine bestimmte Art von Schreiben, die man am besten ganz weit wegwerfen sollte“, sagt Erich Nolte, Jurist und Rechtsberater der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Die aktuelle Masche: „Wir geben Ihnen Herr/Frau ... hiermit die einmalige Gelegenheit, als eine der ersten Personen aus Urbach, Rems und den umliegenden Orten, an der neuen Studie teilzunehmen. Wie fit sind die Deutschen? So einfach geht’s: Tragen Sie das Lösungswort aus dem Rätsel in die Postkarte ein und schicken Sie diese fristgerecht zurück. Es werden grundsätzlich nur ausreichend frankierte Einsendungen mit richtiger Lösung und vollständiger Adresse sowie Altersangabe berücksichtigt. ... (Einsendeschluss: 05. Februar 2016).“

Das Postfach 210141 in 28221 Bremen taucht zwar (noch) nicht auf der einschlägigen Kaffefahrten-Schwarzliste der Kreisbehörden des Lahn-Dill-Kreises auf, die auch Erich Nolte empfiehlt, aber die Bremer Postfach-Masche ist dort als typisch auszumachen (www.lahn-dill-kreis.de, Warnliste „Unseriöse Kaffeefahrten“.)

Ob derjenige, der beim „Gewinnspiel“ mitmacht und an das Postfach zurückschreibt, dann Werbung für eine Kaffefahrt erhält, komme sehr wahrscheinlich auf das angegebene Alter und Geburtsdatum an, so Verbraucherschützer Nolte. Über 50: Kaffefahrt, Reisewerbung oder Ähnliches. Jünger: irgendwelche andere Werbung. Die Krux an dem besagten Schreiben: Man soll auch seine Telefonnummer angeben. „Sie können davon ausgehen, dass derjenige, der dies macht, dann auch noch unerlaubte Werbeanrufe bekommen wird. Es besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass die persönlichen Daten weiterverkauft werden.“

Ordnungswidrig oder illegal seien solche anonymen als „Gewinnspiel“, „Umfrage“ oder „Studie“ verpackten Datensammlungsschreiben nicht. „Selbst wenn man einen Aufkleber ,Keine Werbung’ auf dem Briefkasten hat, kommt eine Abmahnung nicht infrage. Die Post muss alle frankierten Briefe zustellen und weiß aufgrund des Postgeheimnisses ja nichts über den Inhalt“, sagt Nolte. Außerdem wäre es völlig müßig, einen Postfach-Absender abzumahnen, dahingehend, dass die Adresse aus seinem Verteiler genommen wird.

„Erfahrungsgemäß reagieren die meisten Leute mittlerweile auf solche Schreiben gar nicht, die werden im Regelfall in den Papierkorb geworfen, und da gehören sie auch hin“, ergänzt Bernhard Kohn, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen.