Kochen & Rezepte

Cocktails mit Gin sind im Trend

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Als Barkeeper ist er stets auf der Suche nach neuen Kreationen: Marcus Wolff (Skybar in Schorndorf). © privat

Schorndorf/Weissach im Tal. „Aperol Spritz“ und „Hugo“ haben Konkurrenz bekommen: Cocktailschlürfer zieht es zum Gin, der mit zig verschiedenen Aromen in die Gläser kommt. Craftbiere liegen im Trend und der gute alte Weincocktail bringt frisch aufgemotzt mit Fruchtnoten die Eiswürfel in den Gläsern zum Klingen. Ein Cocktailglasschwenk über die Bars und Tresen im späten Sommer 2016.

An den heißen Spätsommertagen klirren allerorten wieder Cocktail- und Longdrinkgläser. Befüllt sind sie in diesem Sommer mit Gin-Varianten, die den halben Gewürzschrank auf die Zunge bringen: Mit Rosmarin, Ingwer oder Erdbeeren „infusioniert“ hat Gin Tonic den „Spritz“ und „Hugo“ in die „Definitiv-out“-Ecke gerückt. Sagt Marcus Wolff, hauptberuflicher Barkeeper in der Skybar in Schorndorf.

Ein Blick über das Cocktailglas hinaus zeige ganz klar in Richtung Gin. Zwischen 50 und 60 verschiedene Sorten hat er diesen Sommer im Angebot. Dazu an die zehn Tonicwater – auch sie decken verschiedene Geschmäcker hinsichtlich Bitterkeit, Kohlensäure und Zuckeranteil ab.

Nicht das Alter sondern die Zusammensetzung ist entscheidend

Die Zusammensetzung mache den Gin „wertig“, nicht das Alter wie bei Rum und Whisky. Gin muss somit nicht gelagert werden, sondern geht nach dem Destillieren direkt in den Verkauf. Qualitativ hochwertiger Gin hat mehrmals die Brennblase durchlaufen, er sei besonders weich und reiner im Alkohol, erklärt Wolff, der empfiehlt, einen Blick auf das Flaschenetikett zu werfen.

Am meisten verkauft sich bei ihm der „Gin Mare“, der mediterran schmeckt. Nachgefragt sei auch wieder der Negroni, bei ihm der „Sommer-Negroni“: Das aus den 1920er Jahren stammende Getränk auf Basis von Gin, rotem kräuterigem Wermut und Campari hat Wolff zeitgeistig „getunt“, mischt Aperol und Roséwermut. „Gespritztes“ hat unverändert seine Freunde, auch weil Drinks mit wenig Alkohol, von denen auch mal ein zweiter geht, auf dem Vormarsch seien.

Zeitgeist und Geschmack

In die leichte Rille passen Wein- und Sektmixgetränke: Weißwein als Säuregeber, dazu eine fruchtige süße Note. Doch lange vorbei die Zeiten, als die Weißweinschorle „süß“ mit süßem Sprudel bestellt wurde. Was schon damals jedem Wengerter die Fußnägel aufrollen ließ, ist heute „oldstyle“. Von Zeitgeist zeugt hingegen, wer „Rosé olé“ oder einen „Lillet Spritz“ mit Tonicwater und frischen Früchten der Saison bestellt. Neben dem „Gespritzten“ finden viele Verbraucher wieder Geschmack am Geschäumten. Braumeister Andreas Huber, Gründer des Tälesbräu in Weissach im Tal, beobachtet eine steigende Nachfrage nach den hopfenbetonten Craftbieren und sogenannten India-Pale-Ale-Bieren (IPA) mit geschmacklichen Besonderheiten.

Er hat drei sommerliche Sorten im Angebot: Ein Weizen mit Citrahopfen und ein Helles, das durch seinen Hopfen erfrischend nach Eisbonbon schmeckt. Auch sein „Summer Ale“ mit zitroniger Note passt zum Sommer, weil es mit vier Prozent Alkoholgehalt zu den Leichtgewichten zählt.

Hier gibt es die Rezepte zum PDF-Download.

Summer Ale

Mit dem oft verregneten englischen Sommer verbindet das „Summer Ale“ wenig. Das naturtrübe obergärige Pale Ale ist von strohgelber Farbe, aus ihm steigt feinperlende Kohlensäure auf. Schlanke Hopfennoten, die blühende Namen tragen: Citra, Lemondrop und Amarillo. Der zudem geringe Alkoholgehalt (4 % vol) macht es zum idealen Bier für einen heißen Sommer. Eine Gemeinsamkeit gibt es zum englischen Sommer aber doch: Es ist nur kurze Zeit verfügbar (vier Sommermonate).

Quelle: Andreas Huber, Tälesbräu in Weissach im Tal