Meinung

Corona: Warum der Rems-Murr-Kreis am Wochenende (noch kein) Risikogebiet wird

Corona Ampel
Vermutlich erst am Montag springt die Ampel auf Rot. © ALEXANDRA PALMIZI

UPDATE: Überraschende Kehrtwende im Landratsamt: Auf Anweisung von Sozialminister Manne Lucha wird Landrat Richard Sigel nun doch am Samstag (17. 10.) den Rems-Murr-Kreis zum Risikogebiet erklären.

Die Corona-Lage im Rems-Murr-Kreis spitzt sich dramatisch zu. 47 Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage wurden am Freitag um 12.40 Uhr gemeldet. Wenn der Wert von 50 Fällen erreicht ist, sind auch wir Corona-Risikogebiet.

Das Land verlangt, dass dann gehandelt wird, und zwar „schnellstmöglich“. Wir können nach der Erklärung zum Risikogebiet nicht mehr an der Ostsee in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern Urlaub machen. Wir müssen in vielen Innenstädten Masken tragen und private Feiern werden weiter eingeschränkt.

Wenn man die Entwicklung der letzten Tage hochrechnet, wird vermutlich der Rems-Murr-Kreis am Samstag zu einem Corona-Risikogebiet.

Aber, da macht das Landratsamt nicht mit. Denn Voraussetzung für die Erklärung zum Risikogebiet ist die Meldung der Zahlen. Und wenn keine Zahlen gemeldet werden, bleibt alles beim Alten. Wir können weiter reisen und feiern.

Genau das passiert jetzt: Das Landratsamt wird am Wochenende keine Zahlen veröffentlichen und auch keine Zahlen an das Land melden, hieß es am Freitag aus Waiblingen. Das Gesundheitsamt sei sehr beschäftigt mit der Verfolgung von Fällen und die Zahlen seien eine zusätzliche Belastung.

Die Erklärung zum Risikogebiet wird also frühestens am nächsten Werktag vorgenommen. Reisende mag es freuen. Allen anderen sei gesagt: Das Virus macht keine Wochenend-Pause. Warten Sie nicht auf den Landrat. Seien Sie jetzt schon vorsichtig und reduzieren Sie Ihre Kontakte. Passen Sie auf sich auf - auch wenn das Landratsamt ins Wochenende geht.