VfB Stuttgart

Daten-Affäre beim VfB Stuttgart: Auch der Vereinsbeirat beteiligt sich an der Aufklärung

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Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Um die Daten-Affäre beim VfB Stuttgart rund um mutmaßlich an Dritte weitergegebene Mitgliederdaten aufzuarbeiten, hat Präsident Claus Vogt die Aufklärung mittlerweile zur Chefsache erklärt.

„Dieser mutmaßliche Datenschutzverstoß in den Jahren 2016 bis 2018 mit Mitgliederdaten, wenn er denn so stattgefunden hat, wäre für mich ein nicht zu akzeptierender Tabubruch und würde kein gutes Licht auf unseren VfB Stuttgart werfen“, so 51-Jährige. Unter Vogts Leitung soll ein Lenkungsausschuss die Vorgänge lückenlos aufklären. An diesem Prozess beteiligt sich jetzt auch der Vereinsbeirat.

Vereinsbeirat entsendet Claudia Maintok und Rainer Weninger in Lenkungsausschuss

In einer Stellungnahme vom Samstagabend sprach Wolf-Dietrich Erhard, der Vorsitzende des Gremiums, von einer „belastenden Thematik“, an deren Aufarbeitung man sich aktiv beteiligen wolle.

Erhard im Wortlaut: „Wir stehen inhaltlich hinter den Bestrebungen eine vollumfängliche und lückenlose Aufklärung zu betreiben und die Ergebnisse der Untersuchung den Mitgliedern unseres VfB zu kommunizieren.“

Dafür entsendet das Gremium, das nach der Ausgliederung im Organigramm des Vereins anstelle des vormaligen Ehrenrats installiert wurde, die Vereinsbeiräte Claudia Maintok und Rainer Weninger in den von Vogt initiierten Lenkungsausschuss.

Unter dem vom Vereinsbeirat veröffentlichten Statement gab es von Fanseite Lob - aber auch Kritik. „Der Vereinsbeirat mischt mit bei der Aufklärung zu den Machenschaften während der Dietrich-Zeit. Damit macht man den Bock zum Gärtner“, kommentierte beispielsweise ein Facebook-Nutzer.

Was sind die Vorwürfe?

Einem Bericht des Kicker zufolge soll der VfB im Frühjahr 2016 eine Kooperation mit der PR-Agentur von Andreas Schlittenhardt geschlossen und darüber hinaus großes Potenzial in dessen Facebook-Seite „Fokus VfB“ erkannt haben.

Per Mail sollen Telefonnummern, Mailadressen und Infos zur Teilnahme an vergangenen Versammlungen von Mitgliedern weitergeschickt worden sein. Ziel soll unter anderem gewesen sein, die - bei der Mitgliederversammlung 2017 dann tatsächlich mit klarer Mehrheit beschlossene - Ausgliederung der Profiabteilung voranzutreiben.

Warum gibt es auch Kritik am Vereinsbeirat?

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung im Juli 2019 - die nach WLAN-Problemen abgebrochen werden musste und schlussendlich zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Wolfgang Dietrich führte - wurde auch über die offizielle Facebook-Seite des Vereinsbeirats („Vereinsleben 1893“) ein vieldiskutierter Beitrag der Fokus-VfB-Seite geteilt: Ein nach eigener Aussage von Andreas Schlittenhardt verfasste Post, der die Art der Kritik an Wolfgang Dietrich anprangerte – und im gleichem Text an die Umstände des Mordes an CDU-Politiker Walter Lübcke erinnerte. 

Aufgrund von Beleidigungen und Drohungen gegen Dietrich hatte die Stuttgarter Kriminalpolizei wenige Tage vor der Versammlung Ermittlungen aufgenommen.