VfB Stuttgart

Dem VfB Stuttgart droht ein ungemütlicher Herbst

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Ausgerechnet vor dem Spitzenspiel in Hamburg sind Nicolas Gonzalez und der VfB aus dem Tritt gekommen. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. 
Es gab reichlich Gesprächsbedarf beim VfB Stuttgart nach dem 0:1 gegen Holstein Kiel am Sonntagnachmittag. Nur wenige Minuten nach dem Schlusspfiff formierte Trainer Tim Walter sein Team im Kreis um sich und sprach eindringlich auf seine Schützlinge ein. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir uns nicht unterkriegen lassen“, berichtete Walter später auf der Pressekonferenz. „Wir haben Torchancen zuhauf, aber momentan will der Ball einfach nicht rein.“ Mit zwei Pleiten im Gepäck geht es nun zum Spitzenspiel beim Hamburger SV. Die erste Delle der immer noch relativ jungen Spielzeit.

Pfiffe in der Arena nach 30 torlosen Minuten

Teile des Stuttgarter Publikums sind in jedem Fall schon in Alarmbereitschaft. Am Sonntagmittag gab es bereits nach 30 Minuten Pfiffe von den Rängen. Beim Spielstand von 0:0 wohlgemerkt. „Das ist schon verwunderlich“, sagte Trainer Tim Walter am Montag nach dem Auslaufen. Die Pfiffe könnten seine junge Mannschaft natürlich verunsichern: „Wir haben schließlich - mit einigen Ausnahmen - nicht nur alte Hasen auf dem Platz, die ihr ganzes Leben vor 55.000 Zuschauern gespielt haben.“ Ungeduld sei bei einem ambitionierten Club wie dem VfB „vollkommen normal“, so Sportdirektor Sven Mislintat. „Da sind die Jungs darauf vorbereitet.“ Der Stuttgarter Kaderplaner verwies zudem auf die Reaktion der Cannstatter Kurve nach dem Abpfiff: „Die war ausgezeichnet.“Die letzten beiden Heimauftritte der Walter-Elf haben in jedem Fall bei einigen Anhängern die Zweifel an der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Mannschaft genährt. Zusammengerechnet 48 Torschüsse feuerten die Stuttgarter in den Partien gegen Wehen und Kiel auf das gegnerische Tor. Nur einer fand den Weg ins Ziel. „Momentan belohnen wir uns nicht für den immensen Aufwand, den wir betreiben“, so Trainer Tim Walter. „Hinten verteidigen wir momentan nicht zu Null. Vorne lassen wir zu viel liegen“, bilanzierte Stürmer Mario Gomez nüchtern. 

Für den erfahrenen Angreifer kommen die beiden Auswärtsspiele in Hamburg genau zum richtigen Zeitpunkt: „Ich glaube, es gibt keinen besseren Zeitpunkt wie jetzt gegen Hamburg zu spielen. Da können wir unser wahres Gesicht zeigen und haben einen Gegner, der genau so viel will wie wir. Das ist jetzt ein guter Moment, um eine Antwort zu geben als Mannschaft.“ Der HSV-Doppelpack ist für den VfB der Auftakt in einen heißen Herbst, der für Trainer und Spieler - sollte der Negativlauf anhalten - schnell zu einem ungemütlichen werden könnte.

In Liga und Pokal geht es zunächst zweimal hintereinander gegen den HSV (26. und 29.10), dann kommt Dynamo Dresden nach Stuttgart (03.11.) und vor dem Derby gegen den Karlsruher SC (24.11.) hält der Spielplan für die Schwaben noch ein ungemütliches Auswärtsspiel beim defensivstarken Aufsteiger in Osnabrück (09.11) parat. 

„Wir müssen insgesamt lockerer werden und die Bälle wieder reinmachen“

Nach zehn Spieltagen gibt es mit Blick auf die Tabelle eigentlich keinen Anlass zur Sorge. Mit 20 Punkten steht der Bundesliga-Absteiger auf dem zweiten Tabellenplatz und kann - sollte Bielefeld am Montagabend zuhause gegen den HSV gewinnen - schlimmstenfalls auf Rang drei abrutschen. Tabellarisch ist alles im Lot. Doch die spielerische Entwicklung der letzten Wochen treibt einigen Fans Sorgenfalten in die Stirn. 

Zwar wurde auch in den ersten Ligaspielen nicht wirklich geglänzt, aber immerhin regelmäßig dreifach gepunktet oder zumindest nicht verloren. „Zu Beginn der Saison hatten wir nicht die hochkarätigen Torchancen und haben aus wenig viel gemacht“, sagt Tim Walter, „jetzt haben wir viele hochkarätige Gelegenheiten, aber der Gegner macht aus wenig viel.“ Zur eklatanten Abschlussschwäche paarten sich zuletzt auch immer wieder Aussetzer in der Hintermannschaft. Die Folge: zwei Heimniederlagen gegen vermeintlich schwächere Gegner.

Wie reagiert die Mannschaft jetzt auf die ersten dicken Patzer im Titelrennen? „Wir müssen insgesamt lockerer werden und die Bälle wieder reinmachen“, fordert Walter von seinem Team. Am besten schon am Samstag im Hamburger Volksparkstadion. Für Sven Mislintat ist das Spiel in der Hansestadt „ein Ligaspiel wie jedes andere“. Dennoch räumt der Sportchef ein: „Es hätte mehr Spaß gemacht, mit 23 Punkten und einem besseren Gefühl nach Hamburg zu fahren.“


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