VfB Stuttgart

Der lange Weg zurück

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Tobias Werner (r.) arbeitete abseits des Trainingsplatzes an seinem Comeback (hier im Gespräch mit TW-Trainer Marco Langner). © Danny Galm
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Tobias Werner (r.) trainiert individuell mit einem Athletiktrainer. © Danny Galm

Stuttgart.
Angesprochen auf seine Anfangszeit beim VfB Stuttgart reagiert Tobias Werner ehrlich und ungeschminkt: „Die Anfangszeit war eine Katastrophe für mich.“ Der Außenbahnspieler kam im Sommer mit der Erfahrung von 127 Bundesligaspielen und 117 Einsätzen in der 2.Liga vom FC Augsburg an den Neckar.

In einem Interview mit der Bild-Zeitung sprach der 31-Jährige nun über seine schwierige Anfangszeit beim VfB Stuttgart. „Mit dem persönlichen Schicksalsschlag ganz vorne dran. Der ist immer irgendwie bei mir, wird mich auch begleiten. Wenig später kommt die Verletzung dazu. Den Start habe ich mir deutlich anders vorgestellt“, so der 31-Jährige.

"Es waren privat die dunkelsten Wochen in meinem Leben"

Morgens um halb vier Uhr am 4. August diesen Jahres hatte Werner die traurige Nachricht erhalten, dass sein Sohn in Augsburg tot zur Welt gekommen war. Sofort eilte er zu seiner Familie zurück - "Es waren privat die dunkelsten Wochen in meinem Leben", sagte der 31-Jährige damals, "die Trauer um meinen Sohn ist nicht in Worte zu fassen." Hinzu kam eine langwierige Adduktorenverletzung und muskuläre Probleme. Werner absolvierte im Trikot des VfB Stuttgart erst sechs Pflichtspiele – fünf in der Liga, eines im DFB-Pokal.

Aktuell schuftet der Ex-Augsburger in der Reha und mit einem individuellen Trainingsprogamm an seinem Comeback:

Mehrere Stünden täglich verbringt Werner im Kraftraum und bei einer manuellen Therapie in der VfB-Rehawelt. Auf dem Rasen trainiert er abseits der Kollegen mit einem eigenen Atheltiktrainer - der Weg zurück in den Kader ist lang.

„Mein Fokus liegt auf der Rückrunde“

„Ich kann schon vieles machen: Koordination, Technik, Pass-Spiel.“ Langsam tastet sich der Mittelfeldspieler wieder an Flugbälle und Torabschlüsse heran. Erst ganz am Ende des Aufbautrainings werden auch wieder Zweikämpfe trainiert. Ein Comeback im Kalenderjahr 2016 schließt er vorsorglich aus: „Mein Fokus liegt auf der Rückrunde.“ Körperlich sieht er sich mittlerweile wieder gut aufgestellt.

Werner richtet den Blick optimistisch nach vorne, um dann im neuen Jahr wieder ganz neu anzugreifen. Problem nur: Auf seiner Position im linken Mittelfeld hat sich mittlerweile gleich mehrere Youngsters festgespielt. Carlos Mane, Takuma Asano, oder im Spiel gegen Union Berlin erstmals auch Berkay Özcan – einen Platz in der immer besser eingespielten VfB-Elf zu finden wird schwierig für den 31-Jährigen. Einen routinierten Mittelfeldspieler in der Hinterhand zu haben, hat allerdings noch keinem Verein geschadet.