VfB Stuttgart

Der Poker um Pavard läuft

VfB Stuttgart - Karlsruher SC 2:0 (09.04.2017)_0
Benjamin Pavard hat im Vergleich zur vergangenen Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht. © Danny Galm

Stuttgart.
Am Freitagabend war es endlich so weit: Im Freundschaftsspiel gegen Wales (2:0) feierte Benjamin Pavard sein Debüt in der französischen A-Nationalmannschaft.

Der Abwehrspieler des VfB Stuttgart hat in den letzten Monaten eine enorme Entwicklung genommen und könnte am Dienstag (20.45 Uhr) im Testspiel gegen Deutschland erstmals von Anfang an für die Equipe Tricolore auflaufen. "Ich bin stolz darauf, mit euch zu spielen", teilte Pavard nach seinem Debüt via Instagram mit.

 

Premier match en bleu. Fier de jouer à vos côtés les gars ! 🇫🇷🇫🇷

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VfB-Sportvorstand Michael Reschke verfolgt die Entwicklung seines talentierten Defensivspezialisten, der im Sommer 2016 von seinem Vorgänger Jan Schindelmeiser für fünf Millionen Euro vom OSC Lille verpflichtet wurde, ganz genau. Pavards Vertrag im Schwabenland läuft bis 2020.

Pavard dürfte inzwischen das Vier- oder Fünffache wert sein und Sportvorstand Reschke muss erste Angebote für den hochtalentierten Lockenkopf abwehren. Stuttgarts Sportvorstand weiß: Den 21-Jährigen langfristig an den VfB Stuttgart zu binden, wird eine Herausforderung.  

Bereits in der vergangenen Transferperiode wollte Leipzigs Sportvorstand Ralf Rangnick den flexiblen Franzosen verpflichten. Die „Roten Bullen“ hatten Pavard mehrfach beobachtet. Auch Hoffenheim und Köln waren an einer Verpflichtung interessiert.

Sportvorstand Reschke: "Wir suchen Lösungen“

Doch Pavard ließ alle Anfragen abblitzen. Nach Informationen der Bild laufen aktuell die Verhandlungen über die eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Ausgang offen. Pavard weiß um seine Stärken und kann sich nun in der A-Nationalmannschaft auf einer größeren Bühne präsentieren. 

Vor allem die Leipziger, die in ihren Reihen mit Dayot Upamecano (19) und Ibrahima Konaté (18) zwei ebenfalls aus Frankreich stammende Talente wissen, sollen erneut großes Interesse an einer Verpflichtung haben. 

Fakt ist: Der VfB würde mit Pavard gerne verlängern. „Wir suchen Lösungen“, sagt Sportvorstand Michael Reschke. Der junge Franzose und sein Berater haben also eine gute Verhandlungsposition und würden sich eine vorzeitige Vertragsverlängerung gut bezahlen und mit einer festgeschriebenen Ausstiegsklausel versüßen lassen. Spieler und Berater haben alle Trümpfe in der Hand. Der Poker um Pavard läuft…


Bundestrainer Löw fordert volle Konzentration

Gegen den nächsten Top-Gegner Frankreich fordert der Bundestrainer von seinem Personal noch einmal die ganze Konzentration beim Vorlauf für das extrem anspruchsvolle Ziel WM-Titelverteidigung. "Frankreich spielt in der Offensive schon mit sehr schnellen Leuten. Da müssen wir drauf aufpassen. Personell wird es einige Wechsel geben", kündigte Löw die Fortsetzung seiner Experimentierphase Richtung Russland 2018 an.

Löw hat klare Erwartungen: "Es ist für mich wichtig zu sehen, auf welchem Level sich die Spieler befinden und wie sie gegen solche Gegner bestehen." Das Aufeinandertreffen zum Jahresabschluss mit der Équipe Tricolore ist auch das erste Wiedersehen seit dem bitteren 0:2 im EM-Halbfinale 2016 in Marseille. 

20 Spiele in Serie hat die DFB-Elf seither nicht mehr verloren. Nun winkt eine weitere Bestmarke unter Löw: Ein ganzes Kalenderjahr ohne Niederlage blieb Deutschland unter dem Rekordtrainer noch nie. Mit einem Sieg könnte zudem eine Negativserie beendet werden. Seit 30 Jahren hat die DFB-Elf kein Heimspiel mehr gegen Frankreich gewonnen.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Trapp - Kimmich, Süle, Rüdiger, Halstenberg - Khedira, Rudy - Brandt, Stindl, Sané - Werner

(dpa)