VfB Stuttgart

Der Teilzeit-Torjäger

Fußball Hannover 96 vs. VfB Stuttgart_0
Die Qualitäten eines Simon Terodde (li.) waren in Hannover zunächst nicht gefordert. © Danny Galm

Hannover.
Was seinen Matchplan angeht, ist VfB-Trainer Hannes Wolf ein Perfektionist. Bis ins letzte Detail analysiert der 36-jährige Fußballlehrer den kommenden Gegner, um seiner Mannschaft einen maßgeschneiderten Matchplan mit auf den Weg zu geben.

Am Freitagabend in Hannover (1:1) wollte Wolf den Niedersachsen durch ein aggressives Angriffspressing und ohne einen klassischen Stoßstürmer beikommen - was zumindest in den ersten 45 Minuten funktionierte.

Die Qualitäten eines Simon Terodde, immerhin der Top-Torjäger der vergangenen beiden Zweitliga-Spielzeiten, waren zunächst nicht gefordert.

Wolf: „Eine harte Entscheidung“

„Hannover spielte sehr mannorientiert, weshalb sich für uns Räume auftaten. Die wollten wir mit Takumas Speed nutzen“, erklärte der Trainer seine Entscheidung, den pfeilschnellen Takuma Asano anstatt des 1,92 Meter großen Mittelstürmers zu bringen.

„Eine harte Entscheidung, aber Simon hat sie akzeptiert“, sagte Wolf, fügte aber an: „Seine Teamplayer-Qualitäten werden schon arg strapaziert.“

Jokerrolle trotz Verletzungssorgen

In den bisherigen 13 Bundesliga-Partien stand Terodde acht Mal in der Startelf. In den letzten vier Partien musste sich der Torjäger allerdings mit der Jokerrolle abfinden und das obwohl dem Aufsteiger verletzungsbedingt die halbe Offensivabteilung fehlt.

"Wir schätzen Simon total. Er ist ein ganz, ganz wichtiger Spieler für uns und wird auch wieder auf dem Platz stehen“, erklärte Hannes Wolf in der Vorwoche nach dem Sieg über den BVB, nachdem er seinen Torjäger erstmals 90 Minuten auf der Bank hatte sitzen lassen.

„Simon ist ein Topspieler, ohne den wir nicht hier wären"

In Hannover durfte der 29-Jährige, der den VfB mit 25 Saisontreffern 2016/17 fast im Alleingang in die Bundesliga zurückschoss, immerhin wieder in der Schlussphase ran. Ein Treffer, wie zuletzt nach seinen Einwechslungen in Frankfurt (1:2) und gegen Freiburg (3:0), gelang ihm nicht.

Bleibt die Frage, wie lange sich der Stürmer mit seiner Rolle als Teilzeit-Torjägerzufrieden gibt.

Der Trainer weiß um die Verdienste seines Angreifers: „Simon ist ein Topspieler, ohne den wir nicht hier wären. Er ist sehr stark als Persönlichkeit, der wir viel zu verdanken haben.“  Hannes Wolf ist aber auch klar, dass sich der Stürmer in seiner aktuellen Rolle nicht wohl fühlt.

Teroddes Selbstverständnis ist ein anderes. Der Mittelstürmer will spielen und zwar von Anfang an.

Doch die Karten werden schon in der nächsten Woche neu gemischt. Dann gastiert der VfB beim SV Werder Bremen und Hannes Wolf wird sich wieder einen passenden Matchplan zurecht legen. Welche Rolle Terodde im Weser-Stadion zugedacht wird, bleibt abzuwarten.