VfB Stuttgart

Der VfB überzeugt nur in der ersten Hälfte

Fußball Hannover 96 vs. VfB Stuttgart_0
Der VfB konnte in Hannover nur in den ersten 45 Minuten überzeugen. © Danny Galm

Hannover.
Im siebten Anlauf punktete der VfB Stuttgart erstmals in dieser Saison in der Fremde. In Hannover spielten die Schwaben am Freitagabend 1:1 (0:1). Takuma Asano hatte die Stuttgarter im intensiven Duell der Aufsteiger in Führung geschossen (24.). Der eingewechselte Niclas Füllkrug erzielte vor 43.500 Zuschauer vom Elfmeterpunkt aus den 1:1-Endstand (76.).

Wie der VfB Stuttgart gegen Hannover 96 zu seinem ersten Auswärtspunkt kam und warum es nur ein Zähler wurde, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Trainer Hannes Wolf veränderte seine Startformation im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund auf zwei Positionen: Takuma Asano und Josip Brekalo rückten für die verletzten Chadrac Akolo (Faszienriss im rechten Oberschenkel) und Daniel Ginczek (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) in die Startelf. Stürmer Simon Terodde fand sich zunächst auf der Bank wieder. An der defensiven Grundordnung seines 3-4-2-1-Systems veränderte Wolf nichts.

Spielidee und Taktik

Im Duell der beiden Aufsteiger wollte der VfB Stuttgart erstmals in dieser Saison in der Fremde punkten. Mit viel Mut, einer hohen Laufbereitschaft und einer erneut extrem mannorientierten Spielweise im Spiel gegen den Ball sollte das Unterfangen gegen Hannover endlich in die Tat umgesetzt werden.

In der Offensive stellte Wolf den explosiven Takuma Asano (Wolf: „Wir wollten Asanos Top-Speed“) gegen den eher schwerfälligen Salif Sané und erhoffte sich so einen entscheidenden Tempo-Vorteil. Simon Terodde sollte dann in der zweiten Halbzeit auf eine müde Abwehrkette losgelassen werden.

Spielverlauf kompakt

Die Partie auf dem frisch verlegten Rasen in der HDI-Arena begann schwungvoll und intensiv. Der Ex-Stuttgarter Martin Harnik hatte die erste gute Chance des Spiel (7.). Beide Teams schenkten sich nur wenig Raum im Mittelfeld, was zu sehr vielen intensiven Zweikämpfen führte. Nach einem Patzer von 96-Keeper Tschauner war Stuttgarts Asano zur Stelle und schoss die Gäste in Führung (24.). Gentner hatte aus der zweiten Reihe abgezogen und Tschauner den Ball direkt vor Asanos Füße abklatschen lassen.

Nach der Halbzeitpause zogen sich die Schwaben etwas tiefer in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Konter. Glück hatte der VfB nach 62. Minuten, als Salif Sané nur den Pfosten traf. Hannover drängte auf den Ausgleich und bekam eine Viertelstunde vor der Abpfiff einen Foulelfmeter zugesprochen. Der eingewechselte Niclas Füllkrug verwandelte sicher (76.). Auf der Gegenseite verpasste Dennis Aogo die erneute Stuttgarter Führung (78.), ehe Schiedsrichter Dingert einen intensiven Fußballabend beendete.

Spielentscheider

Mit Herz, Leidenschaft und einem aggressiven Angriffspressing überzeugten die Stuttgarter in Hannover lediglich in der ersten Hälfte. Im zweiten Durchgang agierten die Roten zu passiv, wurden von Hannover tief in die eigene Hälfte gedrängt und kassierten in der Folge den Ausgleichstreffer. Erst nach dem Gegentreffer fanden die Schwaben noch einmal den Vorwärtsgang und hatten durch Aogo die große Chance, doch noch als Sieger vom Platz zu gehen. Unterm Strich stand nach 93 Minuten ein verdientes Remis, das sich Hannover 96 durch eine deutliche Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten erarbeitete.

Auf den Punkt gebracht

In Freude über den ersten Auswärtspunkt der Saison mischte sich bei VfB-Keeper Ron-Robert Zieler direkt nach dem Schlusspfiff auch Ärger über zwei verlorene Punkte: „Mit dem Punkt können wir leben, aber wenn man so lange führt und dann ein Elfmetergegentor bekommt, ärgert man sich über zwei verlorene Punkte.“ Auch Kapitän Christian Gentner ging mit gemischten Gefühlen vom Feld: „Zumindest sind wir mal das Thema los, aber heute war mehr drin. In der zweiten Halbzeit waren wir ein bisschen zu passiv.“

Bei Trainer Hannes Wolf überwog die Freude über den vor allem in der ersten Halbzeit sehr engagierten Auftritt seiner Mannschaft: „Vier Punkte aus den Spielen gegen Dortmund und Hannover sind gut. Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit hat Hannover dann viel Druck gemacht. Insgesamt war es eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft. Wir hätten gerne gewonnen, aber den Punkt nehmen wir gerne mit."

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Ausblick

Der VfB Stuttgart muss auch am nächsten Wochenende auswärts antreten. Am Samstag (02.12.) gastiert das Wolfsrudel um 15.30 Uhr beim SV Werder Bremen. Einen Tag später steigt dann um 13 Uhr die die ordentliche Mitgliederversammlung der Schwaben.

Für Andre Breitenreiter und Hannover 96 wartet am 14. Spieltag ein richtiger Kracher: Am Samstag um 15.30 Uhr geht’s in der Allianz Arena gegen den amtierenden Deutschen Meister FC Bayern München.


Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:1 (0:1)

Hannover: Tschauner – Sorg (71. Karaman), Sané, Anton - Korb, Schwegler, Bakalorz, Ostrzolek - Klaus, Bebou – Harnik (46. Füllkrug)

Bank: Esser (Tor), Albornoz, Schmiedebach, Hübner, Benschop

Trainer: Andre Breitenreiter

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Badstuber, Pavard - Beck, Insua - Ascacibar, Gentner – Özcan (87. Ailton), Brekalo (66. Aogo) – Asano (73. Terodde)

Bank: Grahl (Tor), Grgic, Mangala, Ofori

Trainer: Hannes Wolf

Tore: 0:1 Asano (24.), 1:1 Füllkrug (FE/76.)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 43.500