VfB Stuttgart

Der VfB auf dem Prüfstand

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich_0
Hitzig, emotional und teilweise turbulent ging es auf der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart am Sonntag (9.10.) in der Schleyerhalle zu. © Danny Galm
Stuttgart.

Nicht wie in sonst in der Fußballbranche üblich nach 100 Tagen, sondern bereits nach zwei Monaten im Amt, zog der neue VfB Präsident Wolfgang Dietrich am Donnerstag bei einem Pressegespräch eine erste Zwischenbilanz seiner Amtszeit. Den gesamten Verein, von den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle, über den Nachwuchsbereich bis zur ersten Mannschaft und der sportlichen Führung, hat der neue Präsident  genaustens unter die Lupe genommen - der VfB auf dem Prüfstand:

Die sportliche Situation

Mit der sportlichen Situation kurz vor dem Weihnachtsfest -  Zehn Siege, 32 Punkte, Platz eins in der zweiten Liga – "sieht es gut aus“, so der neue VfB-Präsident Wolfgang Dietrich. Neben der Tabellensituation begesiert sich Dietrich vor allen Dingen für zwei Dinge: „Das Auftreten der Mannschaft“ ist das eine, was der Clubboss auch an der Reaktion nach dem 0:5 in Dresden festmacht.

Danach holte die Mannschaft 16 von 18 möglichen Punkten. Zum anderen habe er festgestellt, dass sich „so ziemlich jeder Spieler unter dem neuen Trainerteam weiterentwickelt hat“.

Das große Ziel Wiederaufstieg hat der VfB fest im Fokus. Dennoch besteht bei dem einen oder anderen Spieler hat noch Luft nach oben. Ob sich der VfB im Winter noch verstärke, sei offen, sagt Dietrich: „Wenn, dann muss uns der Spieler auch über die Saison hinaus weiterbringen. Den finanziellen Spielraum haben wir.

Der Nachwuchsbereich

Es war eines der großen Versprechen Dietrichs vor seiner Wahl: Unter ihm soll die Jugendabteilung zu alter Stärke finden. Nach zwei Monaten im Amt wiederholt er: „Wir haben dort Verbesserungsbedarf.“ Das ist offensichtlich. Die A-Junioren sind Vorletzter der Bundesliga, der VfB II ist 14. in der vierten Liga.

Marc Kienle hält Präsident Dietrich als Schnittstellenmanager am Übergang vom Nachwuchs in den Profibereich für den richtigen Mann an der richtigen Stelle. Mit dem Einstieg von Porsche ist ein erster Schritt in Sachen finanzieller Unabhängigkeit des Nachwuchses getan.

Cheftrainer Hannes Wolf sei einer, bei dem die Jugend auch eine echte Chance bekommt. Dennoch ist der Nachwuchsbereich auch ein Beispiel dafür, dass Dietrich nach wie vor Vieles hinterfragt. Zum Beispiel den Sinn einer Regionalligamannschaft. „Es gibt keine heiligen Kühe“, sagt der Präsident, „wir müssen uns alles anschauen.“ 

Die Außendarstellung

Die Außenwirkung soll sich wieder bessern. Einerseits durch sportlichen Erfolg – auch der Juniorenteams, die jahrelang ein Aushängeschild des Clubs waren. Andererseits versucht der Präsident mit Hilfe von Multiplikatoren, den Club noch mehr in Stadt und Region zu verankern. So hat er Ministerpräsident Winfried Kretschmann ebenso einen Besuch abgestattet wie Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

Im Rathaus ging es unter anderem um die Entwicklung der Trainingsanlagen im Neckarpark. Auch einen Verhaltenskodex für die Mitarbeiter an der Mercedesstraße hat Dietrich als eine seiner ersten Amtshandlungen eingeführt.

Thema Ausgliederung

Den neu eingeführten Verhaltenskodex habe keiner der Mitarbeiter als Maßregelung verstanden. Wie angekündigt sollen bis Ende Februar die Mitgliederausschüsse stehen, die Reihe „VfB im Dialog“ wird fortgesetzt, und bis März soll eine weitere wichtige Weichenstellung getätigt werden. Dann „wollen wir klar Position beziehen“, so Präsident zur Thematik um die Ausgliederung der Profiabteilung. 

Es geht dann erneut um die Frage, wie sich der VfB für die Zukunft aufstellen möchte oder muss, um seine Konkurrenzfähigkeit dauerhaft zu stärken. Also erneut darum, ob die Ausgliederung der Profikicker das richtige Mittel dafür ist. Wann nach der Positionierung des Vorstandes mögliche weitere Schritte folgen, sei derzeit noch offen, versichert Dietrich.


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