VfB Stuttgart

Der VfB in allen Belangen unterlegen

Ratlose Gesichter beim VfB Stuttgart nach der Niederlage gegen den FC Bayern München_0
Zwei Spiele, zwei Pleiten: Ratlose Gesichter bei den VfB-Profis. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
0:12 Eckbälle, 4:23 Torschüsse, 37:63 Prozent Ballbesitz und 0:3 Tore: Der VfB Stuttgart war dem FC Bayern München am Samstagabend in allen Belangen unterlegen und kassierte folgerichtig die erste Heimpleite unter Trainer Tayfun Korkut.

Leon Goretzka (37.), Robert Lewandowski (62.) und Thomas Müller (76.) trafen für die Bayern. Die mut- und harmlosen Stuttgarter waren phasenweise grotesk unterlegen und stehen nach zwei Pleiten zum Start in die neuen Bundesliga-Saison im nächsten Spiel beim SC Freiburg schon unter Druck. 

Warum der VfB Stuttgart gegen den FC Bayern chancenlos war, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Im Vergleich zur Niederlage in Mainz veränderte VfB-Coach Tayfun Korkut seine Elf auf gleich drei Positionen: Für Erik Thommy, Holger Badstuber und Nicolas Gonzalez durften gegen die Bayern Dennis Aogo, Timo Baumgartl und Anastasios Donis von Beginn an ran. 

Auch sein Spielsystem passte der Stuttgarter Trainer an und so agierten die Schwaben in einem extrem defensiven 4-5-1-System mit Mario Gomez als einziger Spitze und Gonzalo Castro, Dennis Aogo und Santiago Ascacibar im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr.

Spielidee und Taktik

Mit seinen drei Sechsern wollte der VfB gegen dominante Bayern das Zentrum dicht bekommen. Vor dem eigenen Tor wollten die Stuttgarter die Räume so eng wie möglich machen und so zog sich die Korkut-Elf bei gegnerischem Ballbesitz tief in die eigene Hälfte zurück. Für Entlastung sollte unter anderem der explosive Anastasios Donis auf dem rechten Flügel sorgen.

Kapitän Christian Gentner kam etwas überraschend über die linke Außenbahn. Im Abwehrzentrum durfte Timo Baumgartl an der Seite von Weltmeister Benjamin Pavard verteidigen. Für Holger Badstuber blieb nach seinen spielentscheidenden Patzern in den letzten beiden Spielen nur der Platz auf der Ersatzbank.

Spielentscheider

Der VfB ließ gegen die dominanten Bayern Kampfgeist, Willen und Mut vermissen und war der Kovac-Elf in allen Belangen unterlegen. Die Schwaben agierten in ihrem ersten Heimspiel extrem defensiv und konnten nur selten über Konter für Entlastung sorgen. Die Münchner durften sich so ihren Gegner zurechtlegen und dreimal zuschlagen. Eine Niederlage gegen den Branchenprimus ist keine Besonderheit, aber die Art und Weise sorgte bei Teilen der VfB-Anhänger für Unmut.

Nach der starken Vorbereitung - mit acht ungeschlagenen Testspielen und einer großen Euphorie rund um den Club - ist die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut nach drei Pleiten zum Start in die neue Saison auf dem harten Boden der Realität gelandet. Die Partie gegen den SC Freiburg nach der Länderspielpause bekommt somit schon einen wegweisenden Charakter für die Schwaben.

Auf den Punkt gebracht

VfB-Sportvorstand Michael Reschke sprach nach der Partie in der Mixed-Zone von "ganz starken Bayern", die dem VfB "in allen Bereichen überlegen" waren. Als Begründung für den mutlosen Auftritt der Gastgeber führte Kapitän Christian Gentner an, dass sein Team insgesamt zu passiv aufgetreten sei und im Laufe des Spiels "immer tiefer in die eigene Hälfte gedrängt" wurde.

Gentner sieht die Mannschaft jetzt in der Pflicht, das Geschehene kritisch aufzuarbeiten und ist "zuversichtlich, aus Freiburg Punkte mitzunehmen" - sofern man nun nicht in Aktionismus verfalle. Auch Reschke ist "überzeugt, dass wir da gemeinsam rauskommen". 

Stürmer Mario Gomez attestiert seinen Mitspielern am Sky-Mikrofon den nötigen Willen: "Wir haben versucht, nach vorne zu kommen, mussten aber aufpassen, dass wir nicht abgeschossen werden." Der ehemalige Nationalstürmer betonte, dass es nun besonders wichtig sei, den Kopf hochzunehmen.

Trainer Tayfun Korkut bemängelte die zu passive und phasenweise zu tiefe Grundordung seiner Elf: „Gegen den Ball haben wir nicht so aggressiv gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben.“ Auch die fehlende Entlastung über Konter habe seiner Mannschaft gegen die Bayern das Leben schwer gemacht: "In der ersten Halbzeit haben wir lange die Null gehalten, aber der Weg zum gegnerischen Tor war weit." 

Ausblick

Als Tabellenletzter und einziges Team ohne Treffer geht der VfB Stuttgart in die erste Länderspielpause der Saison. Die Spielpause nutzen die Stuttgarter am Freitag für zwei Freundschaftsspiele gegen die SpVgg Greuther Fürth und die SG Sonnenhof Großaspach im Rahmen des Drei-Ligen-Cups.

In der Liga geht es für die Roten am Sonntag, den 16. September, zum SC Freiburg. Anpfiff im Schwarzwald-Stadion ist um 18 Uhr. Der FC Bayern trifft am 3. Spieltag samstags (15.30 Uhr) in der heimischen Allianz Arena auf Bayer Leverkusen.