VfB Stuttgart

Der VfB ist wieder da!

Der VfB ist wieder da!_0
Nach dem Abfiff feierte die Mannschaft zusammen mit der Cannstatter Kurve den ersten Saisonsieg. © Pia Eckstein

Stuttgart.
Mit einem hochverdienten 1:0-Sieg über den FSV Mainz 05 meldete sich der VfB Stuttgart am Samstag in der Bundesliga zurück. Gegen die Rheinhessen köpfte Neuzugang Holger Badstuber das goldene Tor zum verdienten 1:0-Erfolg.

Das erste Heimspiel des VfB Stuttgart in der ZVW-Analyse:

Spielverlauf kompakt

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase mit leichten Feldvorteilen für die motivierten Hausherren, fanden nach 20 Minuten auch die Mainzer besser in die Partie. In der Folge entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld und wenigen Torraumszenen.

Eroberten die Stuttgarter einmal die Kugel, rückten die Roten nicht schnell und konsequent genug nach und verpassten es so, die durchaus vorhandenen Lücken in der Mainzer Defensive effektiver zu nutzen. Zudem verhinderten viele kleinere Fouls einen kontinuierlichen Spielfluss.

Sinnbildlich für die spielerisch schwache erste Hälfte hatte FSV-Innenverteidiger Bell nach einem Maxim-Freistoß die erste gute Chance der Partie (29.) – Zieler rettet stark mit einer Hand. Die beste Gelegenheit für den VfB hatte Simon Terodde in der 36. Minuten, als er nach einem Konter den Ball von Akolo zu weit in den Rücken gespielt bekam. Stuttgart war in Hälfte eins engagierter und hatte mehr Spielanteile (58 Prozent Ballbesitz), oftmals fehlte aber eine zündende Idee.

Die zweite Halbzeit begann dann wie gemalt für die Schwaben: Ecke Aogo, Kopfball Badstuber – 1:0. Direkt vor der Cannstatter Kurve schrie der Torschütze seine ganze Freude über seinen ersten Bundesliga-Treffer nach 2822 torlosen Tagen in die tobende Menge.

In der Folge dominierten der VfB die Partie ohne größere Probleme und bekam in der 80. Minute – nachdem Schiedsrichter Benjamin Brand von seinem Video-Assistenten auf ein Foulspiel hingewiesen wurde - einen Elfmeter zugesprochen, den Simon Terodde an den Pfosten nagelte. So musste der VfB bis in die Nachspielzeit zittern und Ron-Robert Zieler in der 93. Minute noch einmal stark gegen Muto retten.

Formation und Aufstellung

Im ersten Heimspiel der Saison überraschte VfB-Trainer Hannes Wolf Fans und Beobachter mit seiner Startformation. Gegen die Mainzer begannen die Schwaben in einem 3-4-2-1-System: Der wiedergenesene Timo Baumgartl (re.), Marcin Kaminski (li.) und Neuzugang Holger Badstuber (mi.) bildeten die Dreierkette.

Wie schon in der Vorwoche in Berlin durften Orel Mangala und Christian Gentner auf der Doppelsechs ran. Flankiert wurden die beiden Sechser von Benjamin Pavard (re.) und Dennis Aogo (li.). Die gelernten Abwehrspieler ließen sich bei gegnerischem Ballbesitz fallen und so wurde aus der Dreier- eine Fünferkette.

Vorne bildeten Josip Brekalo, Chradrac Akolo und Simon Terodde die Speerspitze der schwäbischen Angriffsreihe.

Spielidee und Taktik

Mit seiner Dreier-/Fünferkette wollte Hannes Wolf die Defensive stärken und gleichzeitig den Druck über die Flügel erhöhen. Im Gegensatz zur verhaltenen Spielweise in Berlin letzte Woche, trat die Wolf-Elf gegen Mainz deutlich dominanter auf und versuchte den Mainzern durch hohes Pressing früh den Ball abzuluchsen. Einmal in Tornähe suchten die VfB-Spieler auch direkt den Abschluss  - gerne auch aus der zweiten Reihe.

Die Gäste in ihrem 4-2-3-1-System agierten zunächst abwartend und störten den VfB erst spät im Spielaufbau. Die Mainzer versuchten den Spielfluss der Stuttgarter immer wieder durch kleine Fouls zu unterbinden, was zumindest in der 1. Halbzeit auch gut gelang.

Spielentscheider

Angetrieben von 53.150 frenetischen Fans sicherte sich der VfB Stuttgart gegen fahrige und teilweise unkonzentrierte Mainzer völlig verdient den ersten Bundesliga-Dreier. Wolfs Plan, mit der Dreier/Fünferkette einerseits für defensive Stabilität und andererseits für Gefahr über die Flügel zu sorgen, ging voll auf. Das Fundament des Stuttgarter Sieges war die engagierte und konzentrierte Leistung in der Defensive.

Auf den Punkt gebracht

Nach dem Spiel war Cheftrainer Hannes Wolf mit „so ziemlich allen Facetten des Spiels zufrieden“. Kraft habe seine Mannschaft auch durch die frenetischen Fans in der Arena geschöpft. Ein Lob gab’s für die komplette Mannschaft: „Das Team hat meine Vorgaben heute mit Überzeugung umgesetzt“. Kurz hob Wolf aber auch den mahnenden Zeigefinger: „Wir sollten uns jetzt nicht zu sicher fühlen. Wir bleiben wachsam.“ Gemeinsam mit seiner Mannschaft will er „immer weiter wachsen, besser werden und scharf bleiben.“

FSV-Coach Sandro Schwarz ärgerten die vielen einfachen Ballverluste seiner Mannschaft. „Wir waren vom Rückstand beeindruckt“, analysierte Schwarz nach dem Spiel auf der Pressekonferenz und ergänzte: „Nach dem verschossenen Elfmeter waren wir wieder im Spiel drin, haben Mentalität gezeigt und hatten auch unsere Abschlüsse, die vom Torwart gut gehalten wurden.“

Tweet des TagesAusblick

Nächste Woche pausiert die Bundesliga. Der VfB Stuttgart nutzt die Länderspielpause für zwei Testspiele: Am Donnerstag (31. August) geht es unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Trainingsgelände an der Mercedesstraße gegen den FC Ingolstadt (14:30 Uhr) und am am Sonntag (03. September) gegen den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach an. Anpfiff in der Meckatronik Arena ist um 15 Uhr.

Nach der Länderspielpause müssen die Schwaben dann am 3. Spieltag der Bundesliga beim FC Schalke 04 ran (10. September, 18 Uhr).  Die Mainzer dürfen nach der Länderspielpause wieder in der heimischen Arena ran. Gegner am 09. September um 15:30 Uhr ist Bayer 04 Leverkusen.


Stuttgart: Zieler, Badstuber, Kaminski, Baumgartl, Aogo (83. Zimmermann), Gentner, Mangala, Pavard, Brekalo (63. Asano), Akolo (72. Özcan), Terodde

Bank: Langerak (Tor), Ofori, Burnic, Ailton

Trainer: Hannes Wolf

Mainz: Adler, Donati, Diallo, Latza, Quaison, Öztunali (66. Fischer), Muto, Maxim (71. Kodro), Bell, Brosinski, Frei (81. De Blasis)

Bank: Zentner (Tor), Balogun, Onisiwo, Serdar,

Trainer: Sandro Schwarz

Tore: 1:0 Badstuber (52.)

Besondere Vorkommnisse: Terodde verschießt Foulelfmeter (80.)

Schiedsrichter: Benjamin Brand

Zuschauer: 53.150

VfB Stuttgart – FSV Mainz 05 1:0 (0:0)