VfB Stuttgart

Der VfB rüstet sich für die Zukunft

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VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser: "Wir brauchen mehr Winnermentalität" © Danny Galm

Stuttgart.
Am Tag nach dem „Deadline Day“, also dem letzten Tag der Wintertransfer-Periode, war alles ruhig rund um die Mercedesstraße in Bad Cannstatt. Entspannt und mit viel Zeit im Gepäck erklärte VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser vor der versammelten Reporter-Schar seine drei Transfers vom Vortag. Zudem verkündete der Sportchef der Schwaben einige Veränderungen hinter den Kulissen des Cannstatter Traditionsclubs:

Im Video: VfB Sportvorstand Jan Schindelmeiser über den "Deadline Day", die drei Neuzugänge und die Neuerungen rund um den Verein.

So gab Schindelmeiser am Mittwoch bekannt, dass der VfB Stuttgart einen neuen Chefscout verpflichten wird. Dieser ist noch nicht gefunden, soll aber möglichst bald seine Arbeit aufnehmen. Ein zusätzlicher Scoutingmitarbeiter stößt bereits jetzt zur bisherigen Abteilung dazu. Simon Fahner kommt von Bayer 04 Leverkusen. Erst letztes Jahr hat beispielsweise Ben Manga (zu Eintracht Frankfurt) den Verein verlassen und auch die Zusammenarbeit mit Alexander Schmidt (ehemals 1860 München) war alles andere als von Erfolg geprägt. Der ehemalige Chefscout wurde entlassen, noch bevor er seinen Job als NLZ-Leiter offiziell angetreten hatte.

Umbau des Sport-Ressorts

Zudem treibt Schindelmeiser den Umbau des Sport-Ressorts weiter voran: Mit Jens Andrei, der die Mannschaft bereits im Trainingslager betreute, holt sich der VfB einen Spielerbetreuer fest ins Boot. Er soll neue Spieler in die Mannschaft integrieren, den Teamgeist weiterentwickeln und so die Voraussetzungen dafür schaffen, dass „sich alle Jungs bei uns wohlfühlen.“ Auf diese Weise möchte der Sportvorstand alle potentiellen Stolpersteine, welche die Mannschaft auf dem Weg zurück in die Bundesliga erwarten könnten, aus dem Weg räumen.

Der Bereich Spielerbetreung und Integration soll weiter professionalisiert werden. "Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass die Jungs immer das Gefühl haben, es kümmert sich jemand um sie", erläuterte Schindelmeiser.

Neue Abteilung: Daten-Management und Daten-Analyse

Eine komplett neue Abteilung stampft Schindelmeiser im Bereich Daten-Analyse und Daten-Management aus dem Boden: Hier soll in Kooperation mit Universitäten, externen Partner und Start-Up Unternehmen das Scouting und die Analyse der Mannschaft verbessert werden. "Dieser Bereich wird immer wichtiger und da wollen wir möglichst früh drin sein", so Schindelmeiser.

Schindelmeiser erhofft sich eine weitere objektivierbare Analysekategorie, die ihm und seinem Team bei Transfers und Spielerbeurteilungen, dem Trainerteam bei der alltäglichen Trainingssteuerung und den Scouts in der Gegner- und Spielanalyse weiter helfen soll. „In dieses Thema müssen wir rein“, bekräftigte Schindelmeiser am Mittwoch. „Hier müssen wir uns Kompetenz von außen dazu holen, da wir diese nicht haben können.“

In dieser Abteilung sollen zum einen „Rohdaten“ gewonnen werden, als auch Daten von externen Dienstleistern verarbeitet und ausgewertet werden. 

„Weltstands-Analyse“ beim Zweitligisten

Matthias Schadenberger, zuletzt Praktikant an der Mercedesstraße, erhält beim VfB eine Festanstellung und soll sich zukünftig um die „Weltstands-Analyse“ kümmern. Konkret: Schadenberger soll den Fußball in den weltweiten Top-Ligen im Auge behalten, analysieren und für das Trainerteam und die sportliche Leitung Video-Sequenzen bereitstellen. Alles verbunden mit der Frage, wie sich Spieler auf höchstem Niveau verhalten und was die schwäbischen Zweitliga-Kicker davon lernen können.

Neuzugänge mit Perspektive

  • Sportvorstand Jan Schindelmeiser sieht die kurzfristig geholten drei Neuzugänge des VfB Stuttgart nicht als unbedingte Voraussetzung dafür, die sofortige Rückkehr in die Fußball-Bundesliga zu schaffen. Bei den jungen Jérôme Onguéné (FC Sochaux/19 Jahre), Ebenezer Ofori (AIK Solna/21) und Josip Brekalo (VfL Wolfsburg/18), die der Zweitliga-Dritte am Dienstag kurz vor Transferende verpflichtete, sei auch besonders die sportliche Perspektive wichtig, sagte Schindelmeiser am Mittwoch.
  • Man hätte dem Kader für die letzten 16 Saisonspiele aber auch vertraut, wenn die drei Neuen nicht gekommen wären. "Wir hätten damit auch die Rückrunde bestreiten können", sagte Schindelmeiser. Man habe nun aber mehr Optionen.
  • Ohnehin werde die Integration der Neuen "ein paar Tage dauern". Es gebe dabei keinen Druck. "Die Spieler müssen zwar jetzt schon die Qualität haben, spielen zu können, aber auch die Perspektive, die nächsten Jahre für den VfB zu spielen", betonte der 53-Jährige. "Auf Strecke" würden sie dem Team helfen. Die bis 2020 laufenden Verträge von Ofori und Onguéné enthielten keine Ausstiegsklauseln.
  • Allerdings hatte Schindelmeiser tags zuvor bei Onguéné betont, mit ihm eine Kaderlücke in der Innenverteidigung zu schließen. "Wir hätten auch mit drei Innenverteidigern in die Rückrunde gehen können, aber es wäre ein Risiko gewesen", sagte nun der Manager, der kurz vor Weihnachten bereits den 21 Jahre alten US-Nationalspieler Julian Green vom Bayern München für die Offensive verpflichtet hatte. Zudem wurde Brekalo aus Wolfsburg auch deshalb ausgeliehen, weil Flügelspieler Tobias Werner (Muskelbündelriss) wochenlang ausfällt.
  • Er hoffe, dass der VfB nun die Voraussetzungen für die restlichen Saisonspiele, aber auch darüber hinaus für die Zukunft geschaffen habe, erklärte Schindelmeiser und sagte zum Saisonziel Aufstieg: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen können." (dpa)