VfB Stuttgart

Der VfB schleppt sich in Richtung Winterpause

VfB-Niederlage in Gladbach_0
Augen zu und durch: Auf Emiliano Insua (re.) und Nicolas Gonzalez warten mit dem VfB noch drei Spiele bis zur Winterpause. © ZVW/Danny Galm

Mönchengladbach.
Drei Gegentore, mit Pavard, Aogo und Beck drei verletzte Spieler und dazu noch eine Gelb-Rote Karte für Erik Thommy: Die Dienstreise an den Niederrhein hatte sich VfB-Trainer Markus Weinzierl sicherlich anders vorgestellt. Im Gladbacher Borussia-Park fing sich der VfB Stuttgart am Sonntagabend zum Abschluss des 14. Spieltages seine neunte Saisonniederlage. Die Stuttgarter erlebten einen Abend zum Vergessen und schleppen sich auf dem Zahnfleisch in Richtung Winterpause.

Wie es zur 0:3-Niederlage des VfB gegen Gladbach kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:  

Startelf und Formation

Wie schon in der zweiten Halbzeit gegen Augsburg (1:0) schickte Markus Weinzierl seine Mannschaft in einem 3-4-3/5-3-2-System auf den Rasen. Die vakante Position von Santiago Ascacibar vor der Abwehr übernahmen Dennis Aogo und Kapitän Christian Gentner. Für den gelbgesperrten Argentinier kehrte Emiliano Insua zurück in die Anfangsformation und besetzte im Defensivverbund die linke Außenbahn. Andreas Beck gab den Gegenpart auf der rechten Seite.
In der Zentrale verteidigten Marc Oliver Kempf (links) und Timo Baumgartl (rechts), Weltmeister Pavard gab den zentralen Mann in der Dreierkette. In der Offensive ließ Weinzierl in den ersten 45 Minuten erneut Anastasios Donis von der Leine. Der Grieche beackerte den rechten Flügel, Gonzalez kam über links.

Bei den Gästen stand der Ex-Stuttgarter Ibrahima Traoré (2011 bis 2014) zum ersten Mal in dieser Saison in der Anfangsformation. Der 30-jährige Flügelstürmer wirbelte im Gladbacher 4-3-3 an der Seite von Thorgan Hazard und Alassane Plea.

Spielidee und Taktik

Bei gegnerischem Ballbesitz verteidigten die Stuttgarter mit einer stabilen Fünferkette. Donis und Gomez gaben die ersten Pressingspieler und Gonzalez bildete gemeinsam mit Aogo und Gentner eine kleine Dreierkette vor dem großen Abwehrriegel. Der Defensivverbund der Schwaben versuchte, sich nicht all zu tief in die eigene Hälfte drücken zu lassen, doch im Zweikampfverhalten agierten die VfB’ler zu oft zu passiv.

So übernahmen die Hausherren vom Anpfiff weg die Spielkontrolle und bespielten geduldig den schwäbischen Beton, fanden aber nur selten eine Lücke. Wenn es für VfB-Keeper Zieler gefährlich wurde, dann nach Gladbacher Standardsituationen.

Spielentscheider

Lange Zeit schafften es die Stuttgarter, das eigentlich spielstärkere Team von Dieter Hecking auf ihr schwaches Niveau herunterzuziehen. Aus dem Spiel heraus fand die Borussia nur selten ein Mittel gegen die über weite Strecken gut gestaffelte VfB-Defensive. Doch aufgrund der fehlenden Entlastung durch Konter war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Gladbacher eine Lücke in der VfB-Abwehr finden sollten: Heckings Joker Raffael (69.) und Neuhaus (77.) stachen und das Eigentor von Benjamin Pavard (84.) war der Schlusspunkt an diesem aus VfB-Sicht bitteren Abend.

Nachdem die Weinzierl-Elf gegen ebenbürtige Gegner (Nürnberg und Augsburg) wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib einfahren konnte, zeigte sich am Sonntagabend einmal mehr, dass die Schwaben aktuell von den Spitzenteams der Liga meilenweit entfernt sind. Die Gladbacher waren den Gästen in allen Belangen überlegen, hatte über 70 Prozent Ballbesitz und siegten letztlich hochverdient. Der VfB offenbarte im Borussia-Parkt einmal mehr seine großen Defizite im Spielaufbau und Umschaltspiel - und brach nach den Gegentoren ein. 

Zu allem Übel verletzten sich Dennis Aogo (Wade), Andreas Beck (Knie) sowie Benjamin Pavard (Faserriss) und der eingewechselte Erik Thomy sah in der 83. Minute eine Gelb-Rote Karte. Die Aussichten für das kommende Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin sind also alles andere als rosig. 

Stimmen zum Spiel

VfB-Cheftrainer Markus Weinzierl: "Wir haben es knapp 70 Minuten lang ordentlich gemacht und sind stabil gestanden. Heute ist aber sehr viel zusammengekommen. Wenn wir personell nicht so angeschlagen gewesen wären und nicht früh zweimal hätten wechseln müssen, wäre mehr drin gewesen. So war es aber so, dass die Gladbacher Mitte der zweiten Hälfte zweimal offensiv gewechselt und frischen Schwung reingebracht haben – und wir nichts mehr entgegenzusetzen hatten."

Gladbachs Trainer Dieter Hecking: "Wir wussten, dass der VfB hier mit offenen Visier spielen und die Räume eng machen wird. Wir haben darauf spekuliert, dass wir in die zweiten Hälfte mehr Räume bekommen – und so kam es dann auch. Es ist eine Qualität, die uns auszeichnet, dass die, die von der Bank kommen, ein Spiel entscheiden können. Und das haben unsere eingewechselten Spieler heute getan."

Mario Gomez: "Wir hatten gute Phasen und waren insbesondere in der ersten Halbzeit gut in den Zweikämpfen. Die Gladbacher taten sich zwischendurch schwer mit unserem Spiel und fanden kein Mittel. Leider habe ich das Tor zum 1:0 nicht gemacht. Das ist bitter für die Mannschaft und für mich selbst. Man muss aber auch ehrlich sagen, dass der Weg zum Tor in der zweiten Hälfte richtig weit war. Wir werden nun den Kopf hochnehmen, weitermachen und natürlich nicht aufgeben."

Ron-Robert Zieler: "Wir haben es bis Mitte der zweiten Hälfte defensiv ganz ordentlich gemacht. Wir mussten einige Male während des Spiels wegen der Verletzungen umstellen, das hat es natürlich nicht einfacher gemacht. Nach dem Rückstand war es für uns sehr schwer zurückzukommen. Wir müssen diesen Nackenschlag nun verkraften und uns ab Montag auf das Heimspiel gegen Hertha BSC konzentrieren."

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Ausblick 15. Spieltag

Freitag, 14. Dezember

  • 1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg; 20.30 Uhr

Samstag, 15. Dezember 

  • 1899 Hoffenheim - Bor. Mönchengladbach; 15.30 Uhr
  • VfB Stuttgart - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • FC Augsburg - FC Schalke 04; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - Bayern München; 15.30 Uhr
  • Fortuna Düsseldorf - SC Freiburg; 15.30 Uhr
  • Borussia Dortmund - Werder Bremen; 18.30 Uhr

Sonntag, 16. Dezember

  • RB Leipzig - FSV Mainz 05; 15.30 Uhr
  • Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen; 18 Uhr